Konflikt bei ZF - Betriebsversammlung unterbrochen
FRIEDRICHSHAFEN (dpa-AFX) - Eine Betriebsversammlung beim Autozulieferer ZF in Friedrichshafen ist nach Angaben des Gesamtbetriebsrats unterbrochen worden. Wann und wo sie fortgesetzt werde, stehe noch nicht fest, hieß es in einer Mitteilung. Demnach sei die Stimmung sehr aufgeheizt gewesen. Da ein Konfliktthema den Hauptteil der Versammlung eingenommen habe, hätten weitere geplante Themen nicht mehr behandelt werden können.
An der Veranstaltung am Dienstag nahmen mehr als 4.500 Beschäftigte teil, wie der Gesamtbetriebsrat mitteilte. Im Mittelpunkt der Veranstaltung habe der Konflikt um die Kündigung von übertariflichen Leistungen am Standort Friedrichshafen gestanden. Dabei handele es sich um einen weiteren Eingriff ins Entgelt der Beschäftigten. In den vergangenen Wochen habe der Betriebsrat mit dem Management über eine faire Lösung verhandelt. Am Montagabend seien die Verhandlungen vom Arbeitgeber abgebrochen worden.
"Zu lokalen Kostenstrukturen am Standort Friedrichshafen können wir uns aus Wettbewerbsgründen nicht äußern", teilte ein ZF-Sprecher auf Anfrage mit. "Angesichts der herausfordernden Situation unserer Industrie ist offensichtlich, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts verbessern müssen, um Perspektiven für die Zukunft zu schaffen", so der Sprecher. Die Gespräche mit dem Standort-Betriebsrat hätten auf Initiative des Unternehmens am Montag erstmals zu einem inhaltlichen Dialog geführt. "Über Details sprechen wir öffentlich erst dann, wenn Ergebnisse vorliegen", teilte der Unternehmenssprecher mit.
ZF tief in den roten Zahlen
ZF war im vergangenen Jahr vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust verdoppelte sich auf 2,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. 2024 betrug der Verlust knapp über eine Milliarde Euro. Der hoch verschuldete Konzern will den kommenden Jahren bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern laut Mitteilung weltweit 153.153 Menschen, davon etwas mehr als 49.000 in Deutschland./rwi/DP/men