LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF
Trotz der angehobenen Prognose warnte der Konzern, dass die Entwicklung der Weltkonjunktur und der regionalen Chemiemärkte im zweiten Halbjahr 2026 mit hoher Unsicherheit behaftet sei. Diese hänge vor allem von den Ergebnissen der Verhandlungen zwischen den USA und Iran ab. Eine besondere Rolle spiele die Straße von Hormus und die Frage, ob sie für den Handel von energetischen und petrochemischen Rohstoffen aus dem Nahen Osten nutzbar sei.
Finanzchef Dirk Elvermann hatte erst jüngst der Deutschen Presse-Agentur und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX gesagt, dass die zeitweilige Schließung der Straße von Hormus BASF bislang nur indirekt getroffen habe. Das Unternehmen sei im Nahen Osten begrenzt engagiert und müsse keine wesentlichen Lieferungen durch die Meerenge abwickeln. Sollten die Einschränkungen allerdings länger dauern und die Weltwirtschaft stärker belasten, könne dies über eine sinkende Nachfrage auch BASF treffen.
Derzeit verfüge der Konzern jedoch über "auskömmliche Orderbücher". So seien Kunden in Europa sensibler geworden, hatte der Manager gesagt. Sie machten sich Sorgen um ihre Lieferketten und wollten mindestens als zweiten Anbieter auch ein europäisches Unternehmen haben. "Das merken wir schon in der Nachfrage und insbesondere auch bei den Preisen". BASF beobachte wieder eine stärkere Preissetzungsmacht der Chemiekonzerne als in den Vorquartalen.
Im zweiten Quartal betrug das operative Ergebnis des Konzerns nach vorläufigen Berechnungen 2,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Ein Jahr zuvor hatte BASF hier 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz legte wegen höherer Preise und Mengen um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 4,1 Milliarden Euro nach nur 79 Millionen Euro vor einem Jahr. Dabei profitierte BASF vor allem von dem milliardenschweren Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle
Nach Einschätzung von Analyst James Hooper von dem US-Analysehaus Bernstein Research haben die Ludwigshafener die Erwartungen im abgelaufenen Quartal übertroffen. Enttäuscht habe BASF aber mit der unveränderten Prognose für den freien Barmittelzufluss. Höhere Rohstoffkosten dürften also die Profitabilität begrenzen.
Der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro betragen und damit die 1,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr übertreffen. Analysten rechnen im Mittel bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne. BASF will am 29. Juli seine vollständigen Zahlen und Details zum zweiten Jahresviertel vorlegen./mne/stw/he