Bahn: Kaum noch Zugausfälle zwischen Köln und Wuppertal
LEVERKUSEN/WUPPERTAL (dpa-AFX) - Die Bahn will während der rund zehn Wochen langen Reparatur einer maroden Brücke zwischen Köln und Wuppertal fast alle Regionalzüge auf der Strecke wieder fahren lassen. Auch im Fernverkehr sollen ab sofort nur noch wenige Züge ausfallen, wie das Unternehmen mitteilte. Allerdings bleibt die Strecke noch bis Ende September nur eingleisig befahrbar. Dadurch könne es weiterhin zu Verspätungen kommen.
Bis alle Züge wieder mit normaler Geschwindigkeit über die Brücke fahren können, wird es aber noch sehr viel länger dauern. Denn dafür muss die Brücke umfassend saniert werden.
Die Bahn hatte die stark befahrene Strecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen seit Anfang Februar für knapp 800 Millionen Euro generalsaniert. Am vergangenen Freitag wurden die Arbeiten offiziell beendet. Doch ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung fiel auf, dass sich in der Brücke über den Fluss Wupper bei Leverkusen-Opladen ein Riss in einer Stahlplatte gebildet hat. Bahnkunden mussten deshalb auch nach der monatelangen Streckensperrung weiter mit Zugausfällen und Verspätungen klarkommen.
Ein Brückenteil bleibt vorerst gesperrt
Die 1949 errichtete Brücke über die Wupper besteht aus zwei Teilen - das heißt, für jedes Gleis gibt es eine eigene Brücke. Ein Brückenteil ist unbeschädigt, der andere ist wegen des Risses im Material im Moment gesperrt. Das Ziel sei, diesen Brückenteil so weit instand zu setzen, dass ab Ende September die Züge wieder über beide Gleise fahren könnten, teilte die Bahn mit. Bis dahin müssen sich alle Züge das eine Gleis teilen.
Doch auch nach September werden Züge noch für lange Zeit nur mit verminderter Geschwindigkeit über die Wupper-Brücke fahren können. Es sei eine umfassende Sanierung nötig, die eigentlich erst in den 2030er Jahren vorgesehen war. Die Arbeiten würden nun aber vorgezogen, teilte die Bahn mit. Einen Zeitplan dafür gebe es noch nicht.
"In den kommenden Jahren müssen in NRW Hunderte Brücken saniert oder erneuert werden", teilte die Bahn mit. Dafür werde die Zahl der Fachkräfte im sogenannten Brückenkompetenzzentrum NRW verdoppelt./mhe/DP/men