WOLFSBURG (dpa-AFX) - Im Streit um neue Sparmaßnahmen bei VW
Konzernchef Oliver Blume soll den Angaben zufolge auf drei Versammlungen sprechen: in Wolfsburg, wo der Vorstandschef traditionell selbst auftritt, sowie in Emden und Zwickau. Damit spricht er auch an zwei der vier Konzernstandorte, die Berichten zufolge auf der Kippe stehen. Blume soll jeweils gemeinsam mit Markenchef Thomas Schäfer auftreten.
Insgesamt sind neun Veranstaltungen geplant, darunter auch Versammlungen in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, Tags darauf folgen Emden und Zwickau, den Abschluss macht am 31. August Hannover.
Betriebsrat setzte Blume Ultimatum
Hintergrund sind Pläne des Konzerns für weitere Sparmaßnahmen, über die der Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag beraten hatte. Der Betriebsrat hatte Blume danach aufgefordert, vor der Belegschaft Stellung zu nehmen, und ihm dafür ein Ultimatum bis Ende vergangener Woche gestellt. Das habe Blume verstreichen lassen, hieß es. Der Betriebsrat hatte für diesen Fall bereits angedroht, nach der Sommerpause VW-weit außerordentliche Betriebsversammlungen anzusetzen und die Vorstände dort ans Mikrofon zu zitieren.
Am Montag nannte Blume im VW-Intranet des Konzerns erstmals eine konkrete Zahl: Ohne Veränderung der Arbeitskosten würde sich demnach als "theoretische Ableitung" eine Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit ergeben, die gestrichen werden müssten - zusätzlich zu den 50.000, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Zudem bestätigte Blume, "dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen können".
Der Betriebsrat bezeichnete das als nicht ausreichend, um dem Informationsbedarf der Belegschaft nachzukommen. "Solche oberflächlichen Infos reichen natürlich nicht", hieß es in einer Sonderausgabe der Betriebsratszeitung "Mitbestimmen", die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Daher lädt der Betriebsrat wie angekündigt zu zusätzlichen Betriebsversammlungen nach der Sommerpause."/fjo/DP/men