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Aktien Wien Schluss: Leitindex ATX verliert in schwachem Umfeld

17.07.2026
um 18:20 Uhr

WIEN (dpa-AFX) - Am Wiener Aktienmarkt hat sich die leichte Kursschwäche der Vortage vor dem Wochenende noch einmal verschärft. Weitere Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und eine Fortsetzung der Angriffe im Nahen Osten minderten vor dem Wochenende allgemein die Risikofreude am Markt. Beim ATX , der aufgrund seiner zyklischen Zusammensetzung Marktschwankungen üblicherweise verstärkt nachvollzieht, fielen die Verluste zudem noch einmal deutlicher aus als im europäischen Umfeld.

Somit gab der österreichische Leitindex am Freitag um 1,47 Prozent auf 6.364,91 Punkte nach. Damit fiel er weiter von der 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend ab und rutschte zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Juni. Auf Wochensicht bleibt für den ATX ein Verlust von 1,9 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Berichtstag um 1,37 Prozent auf 3.136,85 Zähler hinab.

Die Wiener Indizes folgten schwachen internationalen Vorgaben, insbesondere aus dem Technologiebereich. Neben der Sorge vor überzogenen Bewertungen bei KI-Titeln verwiesen Marktbeobachter auf ein neues Sprachmodell aus China, das Ängste vor wachsender asiatischer Konkurrenz schürte: Das von Alibaba unterstützte Start-up Moonshot AI stellte sein Modell "Kimi K3" vor, das laut eigenen Angaben mit den Spitzenmodellen von OpenAI und Anthropic mithalten könne.

Im Nahen Osten setzten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort, was die Ölpreise nur moderat steigen ließ - die Märkte haben sich laut den Helaba-Experten bereits an das Szenario eines gescheiterten Friedensabkommens gewöhnt.

Frequentis hob seinen Umsatzausblick an, was den Titeln ein Plus von 6,8 Prozent bescherte. Den Margenausblick hielt der Technologiekonzern aufrecht. Die Analysten der Erste Group bewerteten die Neuigkeit als positiv und verwiesen auf die typischerweise konservative Guidance des Unternehmens.

Schwächster ATX-Wert waren AT&S , bei denen sich die allgemeine Tech-Schwäche mit einem Abschlag von 7,2 Prozent widerspiegelte. Verluste gab es in der Breite in zyklischen Aktien aus den Bereichen Banken, Bau und Industrie. Unter ersteren büßten Bawag und Erste Group 1,4 beziehungsweise 2,6 Prozent ein. Etwas höher tendierten hingegen tendenziell Öl- und Versorgeraktien.

An zweitunterster Stelle im ATX gaben RBI um drei Prozent nach. Das Übernahmerennen um die Addiko Bank zwischen der österreichischen Bank und der slowenischen NLB sorgte weiter für Schlagzeilen: Nachdem die RBI tags zuvor bekanntgegeben hatte, bereits 55 Prozent der Addiko-Anteile angedient bekommen zu haben - und damit ihre Annahmeschwelle erreicht zu haben -, wurde am Berichtstag bekannt, dass zwei namhafte Anleger nun dem höheren Angebot der Slowenen zuneigen. Die Addiko-Papiere traten auf der Stelle.

Die im Nebenwerte-Segment Standard Market notierte Marinomed will die Einleitung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragen - bereits das zweite Mal nach dem Sommer 2024. Der Aktienkurs des Biotechnologieunternehmens brach um 58 Prozent auf das damalige Niveau ein./spa/ste/APA/men