FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Montag angesichts erneut gestiegener Rohölpreise etwas nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Die sich weiter verschärfende Lage im Nahen Osten belastete die Kurse. Während sich die Streitkräfte der USA und des Irans in einer weiteren Nacht gegenseitig attackieren, wächst die Sorge vor einem noch umfassenderen Krieg. Washington verlegt US-Medienberichten zufolge weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Konfliktregion. Um Angriffe des Irans auf Handelsschiffe in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus zu unterbinden, bombardierte das US-Militär in der nunmehr neunten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik.
Die erneut gestiegenen Rohölpreise verstärken Inflationsrisiken. Dies erhöht die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im weiteren Jahresverlauf die Leitzinsen nochmals anheben könnte. An diesem Donnerstag wird aber noch keine Anhebung erwartet. "Nach der Zinserhöhung im Juni dürften die Notenbanker zunächst in einer abwartenden Haltung bleiben", schreiben die Experten der Helaba. "Sollte sich die in den letzten beiden Wochen beobachtbare Eskalation im Nahen Osten fortsetzen und die Energiepreise weiter nach oben getrieben werden, sind gravierende Folgen für die Inflationsperspektiven jedoch ins Kalkül zu ziehen."
In Deutschland hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise im Juni dank eines Rückgangs der Ölpreise abgeschwächt. Die Entwicklung war allerdings von Volkswirten erwartet worden. Die Erzeugerpreise wirken sich auf die Verbraucherpreise aus./jsl/jkr/nas