FARNBOROUGH (dpa-AFX) - Für die großen Flugzeugbauer Airbus
Der Großauftrag von SMBC Aviation Capital für Boeing umfasst 40 Maschinen der Standardversion 737 Max 8 und 60 Stück der immer noch nicht zugelassenen Langversion 737 Max 10. Bei Airbus orderte die Leasinggesellschaft mit Sitz in Dublin 65 Maschinen vom Typ A321neo und 35 in der Standardversion A320neo.
Die Produktion der erfolgreichsten Flugzeugfamilie ist bei dem Hersteller aus Europa bis ins nächste Jahrzehnt hinein ausgebucht. Am stärksten gefragt ist die Langversion A321neo, von der es mit der A321XLR inzwischen auch eine Langstreckenvariante gibt.
Derweil hat Boeing wegen hausgemachter Probleme etliche Verlustjahre hinter sich und ist in der Produktion weit zurückgefallen. Lieferprobleme von Triebwerksherstellern erschweren es beiden Herstellern zusätzlich, den Bedarf der Fluggesellschaften an neuen Jets zu befriedigen.
Unterdessen entschied sich Philippine Airlines am ersten Messetag für 15 "Dreamliner"-Langstreckenjets in der Langversion Boeing 787-10, und Riyadh Air aus Saudi-Arabien zog eine Kaufoption aus einer früheren Bestellung über 28 "Dreamliner". Dabei schrieb sie 20 bestellte Exemplare ebenfalls auf die Langversion um.
Bei Airbus zurrte Riyadh einen bereits bekannten Auftrag über sechs weitere Großraumjets vom Typ A350-1000 fest, das derzeit größte Modell aus dem Prospekt des Herstellers. Damit hat Riyadh Air insgesamt 31 Maschinen des Typs fest bestellt. Der Auftrag folgt aus einem Vorvertrag über 50 Airbus A350-1000, den die Fluggesellschaft im vergangenen Jahr abgeschlossen hatte.
Airbus-Chef Guillaume Faury hat sich schon vor Jahren ehrgeizige Ziele für den Ausbau der A320neo-Produktion gesetzt, doch Engpässe bei Triebwerksbauern und anderen Zulieferern haben den Hersteller immer wieder gebremst.
Die ursprünglich für das Jahr 2025 angepeilte Marke von monatlich 75 gebauten Maschinen der A320neo-Familie hat der Manager wiederholt in die Zukunft verschoben. Inzwischen peilt er für das Jahr 2027 nur noch 70 bis 75 Stück pro Monat an. Anschließend will er die Produktion bei 75 stabil halten.
US-Konkurrent Boeing kämpft noch immer mit den Spätfolgen der tödlichen Abstürze von zwei 737-Max-Jets in den Jahren 2018 und 2019, Produktionsmängeln und den deshalb verhängten Auflagen und Beschränkungen durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Boeing darf die Produktion der 737 Max nur in beschränktem Maße ausweiten und hat gerade erst das Recht zurückgewonnen, Lufttüchtigkeitszeugnisse für neue Maschinen auszustellen.
Boeings Verkehrsflugzeug-Chefin Stephanie Pope will die Produktion der 737 Max von derzeit rund 42 Maschinen pro Monat in einigen Jahren auf 63 Stück nach oben treiben. Der Ausbau ist für den Hersteller wichtig, damit er seine aufgehäuften Schulden zurückzahlen kann. Zudem versucht Boeing der Dominanz von Airbus bei Mittelstreckenjets mehr entgegenzusetzen.
Unterdessen hofft die Boeing-Führung, die modernisierte Version des Großraumjets 777, die 777X, ab dem Jahr 2027 nach jahrelanger Verspätung endlich an die Käufer auszuliefern, darunter die Deutsche Lufthansa
Neben den Bemühungen um bessere Qualität und höheres Tempo in seinen Fabriken lotet Boeing die Entwicklung des nächsten völlig neuen Passagierjets aus. Ein offizieller Start der Entwicklung wird aber nicht vor dem nächsten Jahrzehnt erwartet. Pope sagte, der Markt müsse erst dafür bereit sein./stw/jsl/he