CAMBRIDGE (dpa-AFX) - Der weltweite Energiehunger sorgt weiter für eine hohe Nachfrage beim Energietechnikkonzern GE Vernova
Am Markt kamen die Zahlen vorbörslich schlecht an. Zudem enttäuschte der Ausblick die erfolgsverwöhnten Investoren. Der Kurs knickte um bis zu acht Prozent ein. In diesem Sog fiel auch die Aktie von Siemens Energy um rund acht Prozent und bildete damit das Schlusslicht im Dax
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich in den drei Monaten bis Ende Juni von 770 Millionen im Vorjahr auf 1,25 Milliarden Dollar, und fiel damit minimal schwächer aus, als von Analysten im Vorfeld erwartet. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 649 Millionen, nach 492 Millionen Dollar im Vorjahresvergleich, wie GE Vernova weiter mitteilte.
Das Unternehmen sitzt auf einem dicken Auftragspolster von 176 Milliarden Dollar. GE Vernovo hob daher seine Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht an und erwartet nun Erlöse von 45,5 bis 46,5 Milliarden Dollar und damit jeweils eine Milliarde mehr als zuvor. Der freie Mittelzufluss soll 11,5 bis 12,5 Milliarden Dollar erreichen. Zuvor hatte das Management 6,5 bis 7,5 Milliarden in Aussicht gestellt. Den Ausblick für die bereinigte Ebitda-Marge bestätigte GE Vernova dagegen. Das Unternehmen hatte zuletzt Ende April seine Prognose erhöht.
Unternehmen wie GE Vernova und Siemens Energy kommt derzeit ein sprunghafter Anstieg des Strombedarfs zugute, der durch die Rechenzentren, die KI-Anwendungen betreiben, neue Fabriken und die allgemeine Elektrifizierung verursacht wird.
Vor allem die Nachfrage nach Gas-Turbinen und Netztechnik ist hoch. Ein Wermutstropfen bildete im zweiten Quartal allerdings das Geschäft mit Windrädern: So sackte der Auftragseingang um rund 40 Prozent ab, vor allem das Geschäft mit Landturbinen entwickelte sich schwächer. Der Umsatz ging ebenfalls deutlich zurück und der operative Verlust wuchs. Für das Gesamtjahr geht GE Vernova in dem Segment von einem bereinigten Ebitda-Verlust von 400 Millionen Dollar aus. So stiegen auch die Kosten für Meeresanlagen./nas/mne/mis