KÖLN (dpa-AFX) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess
Lanxess-Chef Matthias Zachert betonte laut Mitteilung, dass trotz der Zuwächse im zweiten Quartal "kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht" sei und die Marktbedingungen anspruchsvoll blieben. "Bis Ende des Jahres gibt es voraussichtlich keine weiteren konjunkturellen Impulse. Dafür erwarten wir aber aus unseren Kostensenkungsprogrammen höhere Beiträge als im ersten Halbjahr."
In den drei Monaten bis Ende Juni steigerte der im MDax
Besonders gut lief es im Quartal für die Sparte Specialty Additives, die Spezialchemikalien etwa für die Reifenindustrie, Zusätze für Schmierstoffe und Kunststoffe sowie Flammschutzmittel für die Elektronikindustrie und zur Gebäudedämmung herstellt. Der operative Gewinn schnellte um rund ein Drittel nach oben. Die Sparte Advanced Intermediates für industrielle Zwischenprodukte wie anorganische Farbpigmente musste wegen hoher Energiekosten sowie des Abbaus von Vorräten jedoch einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Höhere Verkaufspreise halfen da wenig.
Im Geschäftsbereich Consumer Protection rund um Duftstoffe, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitungstechnologien fiel der operative Gewinn zwar etwas, allerdings hatte Lanxess hier vor einem Jahr auch eine Versicherungserstattung im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich erhalten. Zudem belastete eine anhaltende Nachfrageschwäche aus der Agrarchemie die Tochter Saltigo. Lanxess restrukturiert die Auftragsfertigerin für Pharma- und Agrarchemieunternehmen aktuell denn auch; der Fokus soll dann stärker auf der Pharmaindustrie sowie auf Spezialanwendungen liegen.
Alles in allem habe Lanxess mit dem operativen Ergebnis seine und die Erwartung des Marktes etwas übertroffen, doch ob das reiche, die jüngste Kurserholung zu rechtfertigen, sei erst einmal offen, schrieb Analyst Marcus Dunford-Castro vom Investmenthaus Jefferies in einer ersten Reaktion. Dabei hätten die Sparten Consumer Protection und Specialty Additives besser abgeschnitten als gedacht, während Advanced Intermediates hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.
Branchenexperte Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan hält es indes für möglich, dass die Schwäche der Sparte Advanced Intermediates auch auf die verzögerte Weiterreichung gestiegener Rohstoffkosten an die Kunden zurückgehe. Sollte sich das bewahrheiten, könnte sich hier Rückenwind im zweiten Halbjahr ergeben.
Für den Aktienkurs von Lanxess ging es am Vormittag um knapp drei Prozent auf 16,70 Euro nach unten. Allerdings hatten sich die Papiere vom Dreimonatstief Anfang Juli zuletzt auch deutlich erholt; die Kursgewinne seither summieren sich immer noch auf rund 17 Prozent. Langfristig betrachtet vollzieht die Aktie aktuell aber noch nicht mehr als einen Bodenbildungsversuch; 2026 notiert sie gut 5 Prozent im Minus. Auf Sicht von 5 Jahren hat sie rund drei Viertel ihres Wertes verloren.
Unter dem Strich fiel für Lanxess im zweiten Quartal ein Verlust von 53 Millionen Euro an, nach einem Minus von 45 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Gründe für die roten Zahlen sind Wertberichtigungen und Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen./mis/err/zb