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ROUNDUP: Porsche SE fordert rasche Entscheidung zu VW-Sparplänen

07.08.2026
um 11:34 Uhr

STUTTGART (dpa-AFX) - Im Ringen um den Sparkurs bei Volkswagen fordert der Großaktionär Porsche SE eine schnelle Einigung über Stellenabbau und Werksschließungen. Der Vorstandschef der Holding der Familien Porsche und Piëch, Hans Dieter Pötsch, sagte in Stuttgart: "Der Volkswagen-Konzern steht an einem historischen Wendepunkt. Bei den jetzt anstehenden Entscheidungen geht es um die Zukunft von Volkswagen."

Der Manager ist auch Aufsichtsratschef des VW-Konzerns. Im Juli waren die Sparpläne erstmals im Kontrollgremium der Wolfsburger behandelt worden und bei Arbeitnehmervertretern und dem an VW beteiligten Land Niedersachsen auf Widerstand gestoßen. Vier Werke und bis zu 50.000 Stellen zusätzlich stehen auf der Kippe. VW-Vorstandschef Oliver Blume strebt eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an.

Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung am Volkswagen-Konzern hat die Eigentümerholding Porsche SE im ersten Halbjahr 2026 tief in die roten Zahlen gezogen. Unter dem Strich machte die Beteiligungsgesellschaft einen Verlust von 2,2 Milliarden. Im Jahr zuvor gab es noch einen Gewinn von 300 Millionen Euro. Die im MDax notierte Vorzugsaktie der Porsche SE notierte am späten Vormittag 0,7 Prozent niedriger bei 28,84 Euro. In diesem Jahr hat der Kurs mehr als ein Viertel seines Werts eingebüßt.

Sowohl Europas größter Autobauer Volkswagen als auch die weitere wesentliche Beteiligung, der Sportwagenbauer Porsche AG , kämpfen mit schwierigen Marktbedingungen und dem Umbruch in der Automobilindustrie. Die Wertberichtigungen auf die Volkswagen-Anteile betrugen im ersten Halbjahr 3 Milliarden Euro und auf den Sportwagenbauer Porsche 200 Millionen Euro.

Sparpaket bei Porsche AG steht

Das angepasste Konzernergebnis nach Steuern sank bei der Beteiligungsgesellschaft zwischen Januar und Juni um 200 Millionen Euro auf nun 900 Millionen Euro. Porsche SE-Vorstandschef Pötsch sagte weiter, je länger sich die Entscheidungen bei Volkswagen hinzögen, desto größer würden die Probleme. Finanzvorstand Johannes Lattwein betonte, daher stehe die Porsche SE als Mehrheitsstammaktionär hinter dem Konzernvorstand und seinen Vorschlägen. Das Ziel sei Wettbewerbsfähigkeit. Auf dem Weg dahin dürfe es keine Denkverbote geben. Andernfalls laufe Volkswagen Gefahr, im internationalen Wettbewerb dauerhaft ins Hintertreffen zu geraten.

Erst Ende Juli wurde beim Sport- und Geländewagenbauer Porsche ein Sparpaket beschlossen. Das Unternehmen streicht bis 2035 weitere 5.000 Stellen in der Region Stuttgart. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in nahen Weissach. Im Gegenzug wird die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen.

Die Verschuldung bei der Porsche SE ging Ende Juni leicht auf 5 Milliarden Euro zurück. Die Beteiligungsholding Porsche SE strebt im Gesamtjahr weiter ein bereinigtes Konzernergebnis von 1,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro an und Ende des Jahres eine Nettoverschuldung zwischen 4,7 Milliarden und 5,2 Milliarden Euro./ols/DP/men

Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

WKN PAG911 ISIN DE000PAG9113

Porsche Automobil Holding SE

WKN PAH003 ISIN DE000PAH0038

Volkswagen AG Vz.

WKN 766403 ISIN DE0007664039