Börse Stuttgart: KI-Nachfrage gibt Halbleiter- und Netzwerkausrüstern Rückenwind
EUWAX Trends 17.08.2026, 13:15 Uhr | Richard Dittrich
KI-Nachfrage gibt Halbleiter- und Netzwerkausrüstern Rückenwind
Anleger an der Börse Stuttgart positionieren sich am Montag mit Call-Optionsscheinen auf Nokia, Infineon und TSMC. Alle drei Unternehmen verzeichneten in ihren jüngsten Quartalsberichten Wachstum in Geschäftsbereichen, die von der Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz profitieren.
Nokia punktet mit Großaufträgen im KI- und Cloud-Geschäft
Der finnische Netzwerkausrüster Nokia veröffentlichte am 23. Juli seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Der Umsatz mit Kunden aus dem Bereich Künstliche Intelligenz und Cloud-Rechenzentren hat sich dabei laut Nokia im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt - auf 446 Millionen Euro. Im selben Quartal verbuchte Nokia einen Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro von KI- und Cloud-Kunden. Der Konzernumsatz stieg insgesamt um 9 Prozent auf vergleichbarer Basis. Die Nokia-Aktie notiert am Montag in Stuttgart bei 9,43 Euro.
Anleger setzen mit einem Discount-Call-Optionsschein (WKN MR5MS3) auf die Nokia-Aktie. Der Basispreis liegt bei 8,00 Euro, der Cap bei 9,00 Euro. Da die Aktie derzeit über dem Cap notiert, ist der maximale Auszahlungsbetrag von 1,00 Euro bei gleichbleibendem oder steigendem Kurs bereits gesichert. Der Schein läuft am 18. Dezember 2026 aus. Fällt die Nokia-Aktie bis zum Bewertungstag unter den Basispreis von 8,00 Euro, verfällt das Produkt wertlos. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
Infineon erhöht Prognose nach Rekordquartal und starker KI-Nachfrage
Der Münchener Halbleiterkonzern Infineon erzielte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (berichtet am 5. August) einen Rekordumsatz von 4,172 Milliarden Euro - den höchsten Quartalswert der Unternehmensgeschichte. Das entspricht einem Plus von rund 13 Prozent im Vorjahresvergleich. Vorstandsvorsitzender Jochen Hanebeck bezeichnete die Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren als wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens. Für das Gesamtjahr hob Infineon die Umsatzprognose auf rund 16,3 Milliarden Euro an. Zudem startete am 10. August ein Aktienrückkauf über bis zu 225 Millionen Euro im Rahmen eines auf bis zu 300 Millionen Euro angelegten Programms. Die Infineon-Aktie notiert am Montag in Stuttgart bei 62,32 Euro.
An der Börse Stuttgart kaufen Anleger einen Discount-Call-Optionsschein (WKN MR0MNC) mit einem Basispreis von 59,00 Euro und einem Cap bei 69,00 Euro. Die Aktie notiert derzeit zwischen Basispreis und Cap. Der Schein läuft am 18. Dezember 2026 aus. Bei einem Discount-Call-Optionsschein partizipiert der Anleger an Kursgewinnen des Basiswerts nur bis zur Obergrenze (Cap). Der maximale Auszahlungsbetrag liegt bei 10,00 Euro. Notiert die Infineon-Aktie am Bewertungstag unter dem Basispreis, ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich.
TSMC setzt auf Wachstum bei Hochleistungschips und Joint Venture mit Sony
Der taiwanische Auftragsfertiger TSMC - weltgrößter unabhängiger Chiphersteller - steigerte im zweiten Quartal 2026 (berichtet am 16. Juli) den Umsatz um 36 Prozent im Vorjahresvergleich auf 40,2 Milliarden US-Dollar. Treiber war laut TSMC die starke Nachfrage nach Spitzentechnologien: Chips auf Basis von Strukturbreiten von 7 Nanometern und darunter machten 77 Prozent des Wafer-Umsatzes aus. Die Bruttomarge lag bei 67,7 Prozent - ein Anstieg um gut 9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal. Am 11. August unterzeichneten TSMC und Sony zudem einen verbindlichen Vertrag zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens für die Fertigung von Bildsensoren in Japan. Die Produktion soll 2029 starten.
An der Börse Stuttgart kaufen Anleger einen klassischen Call-Optionsschein (WKN HM7RYT) mit einem Basispreis von 650,00 US-Dollar. Der Basiswert ist die an der New Yorker Börse in US-Dollar gehandelte TSMC-ADR-Aktie. Diese schloss am Donnerstag, 14. August, bei 426,35 US-Dollar und liegt damit rund 34 Prozent unter dem Basispreis. Seit dem Jahreshoch bei 479 US-Dollar Ende Juni hat die Aktie konsolidiert. Der Optionsschein notiert weit aus dem Geld. Anleger spekulieren auf einen starken Kursanstieg bis zum Laufzeitende am 15. Januar 2027. Der Schein hat einen Bezugsfaktor von 0,10. Notiert die ADR-Aktie am Bewertungstag unter dem Basispreis, verfällt der Optionsschein wertlos. Zudem besteht ein Währungsrisiko, da der Basispreis in US-Dollar notiert, die Abrechnung aber in Euro erfolgt. Auch bei diesem Produkt ist ein Totalverlust möglich.
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