HAMBURG (dpa-AFX) - In sechs deutschen Seehäfen dauern bis zu 24-stündige Warnstreiks von Hafenarbeitern an. Die Warnstreiks betreffen die drei nach Umschlag wichtigsten deutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie die Häfen Bremen, Emden und Brake. Umschlagsunternehmen wie Eurogate, HHLA
Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte, die Warnstreiks in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven hätten am Montagabend begonnen. "Die anderen (Emden, Brake, Bremen) sind heute Morgen eingestiegen." Die Warnstreiks sollen den Angaben zufolge am Abend enden.
An einer Kundgebung am Hamburger Containerterminal Burchardkai beteiligen sich rund 2.100 Hafenarbeiter, wie eine Sprecherin von Verdi in Hamburg sagte.
Hintergrund des Warnstreiks sind Tarifverhandlungen zwischen Verdi aus Berlin und dem Arbeitgeberverband Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) aus Hamburg, die im Juli begannen. Verdi fordert für die rund 11.000 Beschäftigten 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne bei einer Laufzeit von einem Jahr.
Der ZDS hat bislang zwei Angebote vorgelegt. Das jüngste sieht unter anderem vor, dass die Stundenlöhne um 5,1 Prozent steigen. Der Vertrag soll 19 Monate laufen. Verdi lehnt das Angebot ab. Die Gewerkschaft hatte zuvor Hafenarbeiter befragt. Die Mehrheit habe mitgeteilt, dass der Vorschlag nicht ausreiche.
ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger bedauert die Ablehnung des Angebots und hält die Warnstreiks für unverhältnismäßig, wie er sagte. Sie beeinträchtigten die Zuverlässigkeit der Seehäfen und setzten Lieferketten von Industrie und Handel weiter unter Druck.
Am Vormittag gab der ZDS bekannt, dass die dritte Verhandlungsrunde am Montag und Dienstag in Hamburg geplant ist. Zuvor gab es keinen Termin./lkm/DP/mis