WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse ist am Dienstag mit einem erklecklichen Minus aus dem Tag gegangen. Infolge steigender Ölpreise wegen des unaufgelösten Konflikts zwischen USA und Iran gab der Leitindex ATX
um 0,89 Prozent auf 6.642,38 Punkte nach. Der breitere ATX Prime büßte 0,92 Prozent auf 3.268,68 Zähler ein. An den europäischen Börsen zeigte sich ein ähnliches Bild.
Positive Konjunkturaussichten für Deutschland brachten keine Impulse in die Märkte. Auch US-Konjunkturdaten hinterlassen noch keine Spuren. Die Stimmung insgesamt verhagelten die Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete bereits wieder 91,23 US-Dollar.
In Österreich gab es einen Dämpfer für den Leiterplattenkonzern AT&S , dessen Papiere dem Trend der Technologie folgend 14,2 Prozent abgaben. Auch an den US-Börsen verbuchten KI-abhängige Werte zum Start starke Kursverluste.
Die Aktien des Versorgers Verbund gewannen 0,09 Prozent auf 56,95 Euro. Die Analysten von Barclays hatten ihre Einstufung "Equal Weight" für die Aktien bestätigt. Das Kursziel wurde in einer Branchenstudie von 64,0 auf 63,0 Euro gekürzt. Analyst Peter Crampton begründete die Senkung mit leicht gestiegenen Kapitalkosten (WACC) und angepassten Rohstoffpreisannahmen.
Rückenwind durch die Ölpreise gab es auch für die anderen Öl- und Energiewerte. SBO, EVN und OMV legten zwischen 1,0 und 2,2 Prozent zu.
Gewinner des Tages waren die Anteilscheine der Vienna Insurance Group (VIG) mit einem Kursgewinn von 3,2 Prozent.
Semperit sanken um 1,47 Prozent auf 16,70 Euro. Die Wertpapierexperten der Baader Bank hatten ihr Kursziel für die Aktien der Semperit von 17,50 auf 20,00 Euro angehoben und die Kaufempfehlung "Buy" bekräftigt. Semperit biete eine attraktive Kombination aus effizienterem operativen Betrieb, einer robusten Bilanz und einer Bewertung, die die Qualität der anhaltenden Erholung noch nicht vollständig widerspiegle, schrieb Bosse in der am Montag vorgelegten Studie.
RHI Magnesita gaben ebenfalls nach. Die Papiere des Feuerfestkonzerns verloren um 2,4 Prozent. Das Unternehmen hat heute bekanntgegeben, dass der bisherige Vertriebschef Gustavo Franco zum 1. November an die Unternehmensspitze aufrückt. Er folgt damit auf Stefan Borgas./moe/spa/APA/stw