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ROUNDUP: Heideldruck bleibt trotz schwachen Quartals bei Jahreszielen

19.08.2026
um 11:02 Uhr

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen hat im ersten Geschäftsquartal die Zurückhaltung der Kunden zu spüren bekommen. Umsatz und operatives Ergebnis gingen deutlich zurück. Die Ziele für das Gesamtjahr (bis Ende März) bestätigte der Vorstand um Unternehmenschef Jürgen Otto am Mittwoch aber. Die Aktie gab im frühen Handel um mehr als vier Prozent nach und gehörte im SDax zu den größten Verlierern.

Der Erlös schrumpfte in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um gut 13 Prozent auf 404 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Während der Konzern deutlich mehr in China, Großbritannien und Brasilien umsetzen konnte, gingen die Erlöse insbesondere in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) zurück. Der Umsatz soll im laufenden Geschäftsjahr auf dem Vorjahresniveau verharren, nachdem dieser im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 2,29 Milliarden Euro gestiegen war.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach im ersten Quartal von 20 Millionen Euro im Vorjahr auf eine Million ein. Die entsprechende Marge ging von 4,4 auf 0,2 Prozent zurück. Im Gesamtjahr 2026/27 (bis Ende März) soll sich die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) spürbar im Vergleich zum Vorjahreswert von 6,6 Prozent verbessern. Dazu beitragen soll ein Sparprogramm, aber auch die Verlagerung eines Teils der Produktion ins günstigere Ausland.

Um die Kosten zu senken, verlagerte Heidelberger Druckmaschinen die Produktion der Speedmaster CX 104 vollständig nach China. Auch gründete das Unternehmen einen neuen Standort in Nordmazedonien, um künftig Kosten einzelner Produktgruppen zu reduzieren. Dort sollen Produkte hergestellt werden, deren Produktion sich in Deutschland aus Kostengründen nicht mehr lohnt. Die Lohnkosten in Nordmazedonien liegen laut früheren Angaben von Unternehmenschef Otto in etwa auf chinesischem Niveau.

Unter dem Strich fiel im Auftaktquartal mit 32 Millionen Euro ein fast dreimal so hoher Verlust an wie ein Jahr zuvor. Mit seinen Kennziffern traf das Unternehmen aber in etwa die Erwartungen von Analysten.

Nach Einschätzung von Experte Stefan Augustin vom Analysehaus Warburg Research fiel das erste Geschäftsquartal wie gewohnt schwach aus. Der Umsatz habe die Erwartungen verfehlt, wogegen die Gewinne knapp über seinen Schätzungen lägen, schrieb er. Der Auftragseingang sei jedoch ordentlich.

Der Auftragseingang schrumpfte im Berichtszeitraum um knapp vier Prozent auf 537 Millionen Euro. Allerdings habe sich im vergangenen Quartal vor allem das Auslaufen eines staatlich geförderten Investitionsprogramms in Italien mit einem Rückgang von über 60 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr stark bemerkbar gemacht, hieß es. Der Auftragsbestand erhöhte sich Ende Juni mit 762 Millionen Euro deutlich im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres. Ende März hatte dieser 639 Millionen Euro betragen.

Heidelberger Druck hat in Zeiten der Digitalisierung in seinem Kerngeschäft mit Druckmaschinen bereits seit längerem zu kämpfen. Der Konzern hat sich daher ein Standbein mit Ladeboxen für Elektrofahrzeuge aufgebaut und rückt nun in den Rüstungsbereich vor.

Im März hatte der Konzern dazu die Gründung eines Joint-Ventures mit dem US-amerikanisch-israelischen Hersteller Ondas Autonomous Systems verkündet. Das Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen Onberg entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Erst jüngst hat Onberg eine Absichtserklärung für die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem ukrainischen Drohnenentwickler Skyeton unterzeichnet./mne/tav/jha/

Heidelberger Druckmaschinen AG

WKN 731400 ISIN DE0007314007