CAPE CANAVERAL (dpa-AFX) - Der Einschlag von Teilen einer SpaceX-"Falcon 9"-Rakete
Die Dimension des Kraters hätten Experten dank der Vielzahl an Blickwinkeln unter verschiedenen Lichtverhältnissen schätzen können, teilte die Nasa weiter mit. Demnach dienten ihnen für die Breite des Kraters Bilder, auf denen der Kraterrand deutlich zu erkennen war. Anhand der Länge seines Schattens schätzten sie der Nasa zufolge seine ungefähre Tiefe ab. Um diese Details zu erfassen, habe die Sonde ihre Schmalwinkelkamera eingesetzt, die sogar Objekte mit einer Breite von nur 3 Fuß (umgerechnet 0,91 Meter) erkennen könne.
"Die richtige Ausrichtung (der Kamera) war nur die halbe Herausforderung; auch das Timing musste präzise sein", heißt es in der Mitteilung weiter. "Hätte die Kamera auch nur zehn Sekunden zu früh oder zu spät ausgelöst, wäre das Ziel um zehn Meilen (etwa 16 Kilometer) aus der Bildmitte gewandert." Die Sonde umkreist den Mond der Nasa zufolge alle zwei Stunden. Die Lokalisierung der Einschlagstelle sei dank einer weltweiten Zusammenarbeit zwischen Experten und Amateurastronomen gelungen, hieß es weiter.
SpaceX: Sonnenaktivität und Gravitation lenkten Oberstufe Richtung Mond
Die "Falcon 9"-Rakete von SpaceX war am 15. Januar 2025 mit den Mondlandern "Blue Ghost" (Firefly Aerospace) und "Resilience" (ispace) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Die untere Raketenstufe kehrte zur Erde zurück, die Oberstufe blieb jedoch im All. Warum die Oberstufe ungeplant auf dem Mond einschlug, das erklärte eine SpaceX-Managerin mit einer Kombination aus Sonnenaktivität und Gravitationskräften, die sie auf einen Kurs zum Mond gelenkt hätte.
Vom 20. Juli 2026 an hatten US-Astronom Bill Gray und die Nasa gewarnt, dass die Oberstufe der "Falcon 9" voraussichtlich am 5. August 2026 ungeplant auf dem Mond aufschlagen werde, was dann auch geschah. Die NASA betonte damals: "Es gibt keine Gefahr für die Erde." Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekanntgeworden - damals vermutlich ein Teil einer alten chinesischen Rakete (Chang'e 5-T1-Mission, 2014). China wies diese Berichte zurück./aae/DP/stw