Weniger wassergefährdende Schadstoffe gelangen bei Unfällen in Umwelt
WIESBADEN (dpa-AFX) - Bei Unfällen sind im vergangenen Jahr in Deutschland rund 5,9 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe in die Umwelt ausgetreten. Das waren rund 9 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Die Gesamtzahl solcher Unfälle sank demnach um rund 5 Prozent auf 1.461 und damit den niedrigsten Stand seit 2010. Mehr als 40 Prozent (2,4 Millionen Liter) der ausgetretenen Stoffe konnten den Angaben zufolge nicht wiedergewonnen werden und verblieben dauerhaft in der Umwelt.
Welche Schadstoffe gelangten in die Umwelt?
Der weitaus größte Teil (rund 70 Prozent) der in der Umwelt verbliebenen Schadstoffe entfiel auf sogenannte "allgemein wassergefährdende" Stoffe. Dazu gehören Gärsubstrate und Gärreste sowie Jauche, Gülle und Silagesickersaft. Rund 8 Prozent waren "deutlich wassergefährdende" Stoffe wie etwa Heizöl oder Dieselkraftstoff. Etwa 3,2 Prozent entfielen auf "schwach wassergefährdende" Stoffe wie zum Beispiel Ethanol oder Natronlauge.
Am gefährlichsten sind laut den Angaben die "stark wassergefährdenden" Stoffe, dazu gehören etwa Quecksilber oder Benzin. "Im Jahr 2025 konnten 43.500 Liter (1,8 Prozent) solcher Schadstoffe nicht wiedergewonnen werden und verblieben mit potenziellen Schäden in der Umwelt", hieß es. Die restlichen Stoffmengen (rund 17 Prozent) hätten nicht eingestuft werden können.
Hälfte der Unfälle durch menschliches Fehlverhalten
Von den 1.461 Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen konnten rund die Hälfte auf menschliches Fehlverhalten zurückgeführt werden. "Grundsätzlich wird zwischen Unfällen beim Umgang und bei der Beförderung mit wassergefährdenden Stoffen unterschieden", erklärten die Statistiker.
* 477 der Unfälle ereigneten sich demnach beim Umgang, wovon 214 auf fehlerhaftes Verhalten, beispielsweise Bedienungs- oder Montagefehler, zurückzuführen waren.
* Hinzu kamen 984 Unfälle bei der Beförderung, die in 527 Fällen menschliches Fehlverhalten, also Alleinunfälle oder Kollisionen mit anderen Verkehrsmitteln, als Ursache hatten.
850 Gewässerverunreinigungen durch 708 Unfälle
Laut den Daten gelangen in 432 Fällen die freigesetzten wassergefährdenden Stoffe in ein Oberflächengewässer, etwa einen Fluss oder einen See. In 370 Fällen war demnach die Kanalisation betroffen, 46 Mal wurde das Grundwasser verunreinigt und in zwei Fällen unmittelbar die Wasserversorgung. "In Summe wurde demnach im Jahr 2025 bei 708 Unfällen 850 Mal mindestens ein Gewässer direkt von freigesetzten Schadstoffen verunreinigt, darunter waren bei 135 Unfällen zwei oder mehr Gewässer betroffen", hieß es./jto/DP/mis