MÜNCHEN (dpa-AFX) - Siemens Energy
Die Pläne zur Abspaltung von Transformation of Industry (ToI) seien positiv für die Investmentstory, schrieb Phil Buller von JPMorgan am Mittwoch. Denn Wachstum und Margen seien zwar attraktiv, trügen aber nicht zum Konzern-Algorithmus bei. Jedoch hatte er sich abseits der Ankündigung bereits mehr Details versprochen. Auch Jefferies-Analyst Lucas Ferhani sieht die Pläne positiv. Damit könnten sich die Münchner mehr auf die wachstumsstärkeren und profitableren Energiegeschäfte konzentrieren. Auch den Zeitpunkt hält Ferhani für günstig.
Eine Trennung würde die Anlagestory vereinfachen, notierte Colin Moody von der kanadischen Bank RBC. Einen Wert für die Sparte jenseits von 10 Milliarden Euro würde der Experte für ein gutes Ergebnis halten - vor allem mit Blick auf den bis 2030 sinkenden Beitrag zum operativen Konzernergebnis. Die Aktie verlor am Vormittag um rund 0,4 Prozent, während sich der Leitindex Dax kaum verändert zeigte.
Die künftige Aufstellung soll ToI mehr unternehmerische Flexibilität und zusätzliche Möglichkeiten für weiteres Wachstum eröffnen, teilte der Energietechnikkonzern am Dienstagabend mit. Möglich sind dabei den Angaben zufolge die Hereinnahme externer Investoren sowie eine Kapitalmarkttransaktion. Siemens Energy will den Bereich entkonsolidieren, aber gleichzeitig eine "wesentliche Minderheitsbeteiligung" behalten.
Über eine mögliche Abspaltung der Sparte wird seit Längerem spekuliert. Transformation of Industry wendet sich an Industriekunden, beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und bietet unter anderem Energieinfrastruktur für die Industrie, Kompressoren für die Ölbranche und Wasserstoff-Elektrolyseure. Sie unterscheidet sich von den anderen Energie-Geschäften von Siemens Energy deutlich. Im vergangenen Geschäftsjahr kam der Bereich auf einen Umsatz von rund 5,7 Milliarden Euro.
In der aktuellen Konzernstruktur konkurriert ToI bei Investitionen mit Geschäftsbereichen, die noch schneller wachsen, wie es von Siemens Energy hieß. "Wenn wir unsere Struktur nicht verändern, begrenzen wir die Möglichkeiten von Transformation of Industry. Unser derzeitiger Investitionsschwerpunkt liegt auf der Stromerzeugung und der Stromübertragung. Dort erzielen Investitionen kurzfristig höhere Erträge", kommentierte Konzernchef Christian Bruch die Entscheidung.
Transformation of Industry habe sich in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt und sei nun ein profitables Geschäft mit hohem Wachstum, so Bruch weiter. "Wir sehen Potenzial für weiteres profitables Wachstum, wenn wir die weitere Entwicklung des Geschäfts beschleunigen können."/nas/gl/he/mne/stk