Ölpreise sinken etwas
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitagmorgen leicht nachgegeben. Die Gewinne vom Vorabend wurden aber weitgehend gehalten. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Oktober wurde bei 89,31 US-Dollar gehandelt und damit gut 0,40 Prozent niedriger als am Vortag. Auf Wochensicht gab der Ölpreis deutlich nach. Am Montag hatte der Brent-Preis zeitweise noch bei über 93 US-Dollar gelegen.
Am Ölmarkt steht am Freitag abseits von eventuellen neuen Entwicklungen am Persischen Golf eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg zur Opec im Fokus. Insidern zufolge prüft Venezuela einen Austritt aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Das könnte dem Ölkartell, an dessen Gründung das Land vor mehr als sechs Jahrzehnten maßgeblich beteiligt war, einen weiteren Schlag versetzen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Die Idee eines Austritts war demnach Thema in Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung, eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Ein solcher Schritt würde den tiefgreifenden politischen Kurswechsel in Caracas unterstreichen, seit US-Präsident Donald Trump den langjährigen Machthaber Nicolás Maduro gestürzt und die Kontrolle über den venezolanischen Ölexport übernommen hat.
Die Ölexporte aus dem Persischen Golf haben sich nach Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs auf rund zwei Drittel des Vorkriegsniveaus erholt. Damit haben sich die Folgen des Iran-Kriegs für die globalen Rohölpreise begrenzt. Die gesamten Ausfuhren von Rohöl und Ölprodukten aus der Region seien auf 15 bis 16 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, schrieben die Goldman-Analysten in einer aktuellen Studie. Damit liegen die Lieferungen den Angaben zufolge zwar immer noch sieben bis acht Millionen Barrel unter dem Niveau aus der Zeit vor dem Konflikt, aber deutlich über dem Tief von fünf bis sechs Millionen Barrel pro Tag aus dem März./stk/stw