FRANKFURT (dpa-AFX) - Die am Vortag eingeleitete Erholung von Aktien aus dem Automobilsektor bekommt am Freitag neue Nahrung von der Citigroup. Autobauer stünden vor einem schwierigen dritten Quartal, gab Experte Harald Hendrikse zwar zunächst zu bedenken. Aber er machte etwa Mut in der Frage, ob sich das Profil von Chancen und Risiken nicht verbessere. Möglich seien zeitnah positivere Signale.
Vor allem galt dies für BMW
Am Donnerstag hatten sich die Aktien von Autobauern schon schwungvoll erholt. BMW hatte davor noch dem Tief seit 2020 nahe gestanden, das im Juli mit 56,40 Euro markiert worden war.
Neben BMW setzten am Freitag auch die Titel von Mercedes-Benz
Hendrikse betonte am Freitag, dass Anleger vielleicht zu kurz greifen, wenn sie sich rein auf die Wettbewerbssorgen konzentrieren. Die Möglichkeit, dass sich die Bedingungen für chinesische Anbieter in Europa deutlich verschlechtern könnten, werde dabei nämlich ignoriert. Eine spürbare Verschärfung der EU-Vorschriften könnte die Stimmung hinsichtlich Preisen, Absatzmengen und Margen seiner Einschätzung nach wieder deutlich aufhellen.
Der Experte hält es für möglich, dass zeitnah positive Nachrichten kommen. Dazu zählt er neben Wettbewerbshürden die Chance auf robuste Zulassungszahlen in den USA und Europa sowie Ankündigungen, wie die Unternehmen dem strukturellen Gegenwind mit Kostensenkung begegnen wollen. Gelegenheiten dazu sieht der Experte in Investorenveranstaltungen, die von BMW, der Porsche AG
Was die durchschnittlichen Analystenschätzungen für 2027 betrifft, geht der Experte zwar weiter davon aus, dass diese vor allem bei deutschen Herstellern zu hoch sind. Er glaubt aber, dass die Erwartungen auf Investorenseite bereits tiefer gestapelt sind. Angesichts der angespannten fundamentalen Lage sei zwar noch kein purer Optimismus angebracht, aber es gebe "Licht am Horizont".
Zu BMW schrieb der Experte noch, dass der Premium-Autobauer im Vergleich zum engsten Konkurrenten Mercedes-Benz auf einem historischen Tief bewertet werde. Er hält es für möglich, dass positivere Schlagzeilen bei den Münchenern dazu führen, dass sich Spekulanten eindecken müssen, die auf fallende Kurse gesetzt hätten. Neben BMW vergab die Citigroup auch dem Zulieferer Forvia