ROUNDUP: Ölpreise steigen nach Militärschlägen im Iran-Krieg
LONDON/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Montag nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Iran gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November legte um mehr als zwei Prozent auf 91,31 US-Dollar zu. Damit steht die Notierung so hoch wie seit einer Woche nicht mehr.
Gestützt wurden zuletzt auch die Spritpreise, die weiter auf hohem Niveau lagen. Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 2,153 Euro pro Liter, wie der ADAC errechnete. Der E10-Preis lag damit 5 Cent unter dem Rekordhoch von 2,203 Euro aus dem März 2022. Für Diesel mussten Autofahrer am Sonntag im Schnitt 2,202 Euro zahlen. Hier wurde der Höchstwert von 2,446 Euro im April 2026 erreicht.
Eine Verhandlungslösung für ein Ende des Iran-Kriegs dürfte durch die jüngsten gegenseitigen Angriffe erschwert werden, heißt es in einer Einschätzung vom Handelshaus Pepperstone. Allerdings habe sich der Preisanstieg am Ölmarkt in Grenzen gehalten. "Zum jetzigen Zeitpunkt scheint es wenig Neigung zu geben, den Rohölpreis signifikant nach oben zu treiben", schreiben die Experten.
Erstmals seit Ende Juli haben die US-Streitkräfte wieder Ziele im Iran angegriffen. Die USA nahmen zwei Raketenabschussrampen in der Nähe der Straße von Hormus ins Visier, wie verschiedene Medien unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten. Der Iran reagierte umgehend mit Vergeltungsangriffen auf Stützpunkte des US-Militärs.
Der Iran-Krieg hatte die Ölpreise im Frühjahr stark nach oben getrieben. Zeitweise hatte Rohöl der Sorte Brent mehr als 120 Dollar je Barrel gekostet. Nachdem die Notierungen im Frühsommer mit der Aussicht auf ein Ende des Kriegs vorübergehend bis auf 70 Dollar gefallen waren, sind sie zuletzt wieder gestiegen, nachdem sich eine Verhandlungslösung weiterhin nicht abzeichnet./jkr/stk/DP/jkr