BREMEN (dpa-AFX) - Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB
Für die seit Kurzem im SDax
In den vergangenen Wochen nahmen etliche Analysten die Beobachtung der OHB-Aktie auf - fast durchweg mit Kaufempfehlungen und Kurszielen deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau. Sie reichen von 250 Euro bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, die trotzdem nur ein neutrales Votum ausspricht, bis 360 Euro bei der Privatbank Rothschild. Das durchschnittliche Kursziel der neun von Bloomberg erfassten Experten liegt bei etwas mehr als 300 Euro.
Das Iris²-Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen. Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.
"Iris²" ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem "Galileo" und dem Erdbeobachtungsprogramm "Copernicus". Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar.
OHB wird an der Börse derzeit mit rund 4,3 Milliarden Euro bewertet. Rund 60 Prozent der Anteile liegen in den Händen der Gründerfamilie Fuchs. Der Finanzinvestor KKR ist ebenfalls beteiligt. Dieser hatte im Juni einige Anteile abgegeben. Zudem erhöhte OHB durch die Ausgabe neuer Aktien das Kapital und nahm damit knapp 500 Millionen Euro ein. Außerdem stieg dadurch der Streubesitz. Dies ermöglichte Mitte August die Aufnahme in den Kleinwerteindex SDax./miu/DP/err/stw/stk