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ROUNDUP/Sicheres Netz aus dem All: OHB bekommt Milliardenauftrag - Aktie steigt

31.08.2026
um 13:11 Uhr

BREMEN (dpa-AFX) - Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB soll 18 Satelliten für die Europäische Union bauen. Dafür bekommt der Konzern nach eigenen Angaben knapp eine Milliarde Euro. Die ersten Satelliten für das Programm "Iris²" sollen 2029 ins All starten. Bei den Anlegern kommt das überaus gut an.

Für die seit Kurzem im SDax gelistete Aktie ging es zuletzt um 8,4 Prozent auf 205,50 Euro nach oben. Damit setzten die Papiere ihren jüngsten Stabilisierungskurs fort, nachdem sie vergangene Woche mit 185,80 Euro auf den tiefsten Stand seit Ende Januar gesackt waren.

In den vergangenen Wochen nahmen etliche Analysten die Beobachtung der OHB-Aktie auf - fast durchweg mit Kaufempfehlungen und Kurszielen deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau. Sie reichen von 250 Euro bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, die trotzdem nur ein neutrales Votum ausspricht, bis 360 Euro bei der Privatbank Rothschild. Das durchschnittliche Kursziel der neun von Bloomberg erfassten Experten liegt bei etwas mehr als 300 Euro.

Das Iris²-Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen. Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.

"Iris²" ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem "Galileo" und dem Erdbeobachtungsprogramm "Copernicus". Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar.

OHB wird an der Börse derzeit mit rund 4,3 Milliarden Euro bewertet. Rund 60 Prozent der Anteile liegen in den Händen der Gründerfamilie Fuchs. Der Finanzinvestor KKR ist ebenfalls beteiligt. Dieser hatte im Juni einige Anteile abgegeben. Zudem erhöhte OHB durch die Ausgabe neuer Aktien das Kapital und nahm damit knapp 500 Millionen Euro ein. Außerdem stieg dadurch der Streubesitz. Dies ermöglichte Mitte August die Aufnahme in den Kleinwerteindex SDax./miu/DP/err/stw/stk

OHB SE

WKN 593612 ISIN DE0005936124