FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Dienstag weiter gefallen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Erneut gestiegene Ölpreise belasten die Anleihen. Gegenseitige Angriffe der USA und des Irans verunsichern die Märkte. Eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht in Sicht. Inflationserwartungen werden so geschürt.
Diese Erwartungen wurden durch die Inflationszahlen für die Eurozone im August bestätigt. Die Jahresinflationsrate stieg von 2,9 Prozent im Vormonat auf 3,3 Prozent. Die EZB strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an. Im August hat sich der Anstieg der Energiepreise erneut beschleunigt. Hier meldet Eurostat ein Plus von 14,3 Prozent im Jahresvergleich.
An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die EZB auf ihrer kommenden Sitzung den Leitzins anheben wird. "Für die EZB dürfte der Befund ausreichen, um im September einen weiteren Zinsschritt nach oben zu gehen", kommentierte Stephanie Schoenwald, Ökonomin bei der Förderbank KfW. Eine Notwendigkeit für darüber hinausgehende Zinserhöhungen sehe sie dagegen nicht, solange die Energiepreise der maßgebliche Treiber der Inflation blieben.
Auch weltweit legen die Renditen zu. In Japan ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 1996 auf knapp drei Prozent gestiegen. Über viele Jahre hatte die Rendite bei nahe null gelegen. Vor etwa einem Jahr lag sie noch bei rund 1,5 Prozent, was die Geschwindigkeit des Wandels zeigt. Die Dynamik des japanischen Anleihemarktes hat sich grundlegend verändert, seit die Zentralbank 2024 die Negativzinspolitik beendet hat./jsl/he