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Europäischer Gaspreis steigt den dritten Tag in Folge

02.09.2026
um 12:52 Uhr

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Preis für europäisches Erdgas hat den Höhenflug am Mittwoch fortgesetzt und den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs erreicht. Die Notierung stieg den dritten Tag in Folge, da die Angriffe der USA und des Iran die Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Energielieferungen über die Straße von Hormus dämpfen. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam kletterte bis auf 74,43 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind gut drei Prozent mehr als am Vortag.

Damit ist Erdgas teurer als zu Beginn des Iran-Kriegs, als die Notierung im März zeitweise über 70 Euro je MWh gestiegen war. Höher war der Preis zuletzt 2022, als er nach einem russischen Lieferstopp infolge des Ukraine-Kriegs zeitweise über 300 Euro gestiegen war.

Die USA führten den zweiten Tag in Folge Luftangriffe auf den Iran durch. Durch den Krieg und die Blockade der Straße von Hormus ist ein großer Teil der weltweiten Lieferungen an Erdgas ausgefallen. Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain.

Präsident Donald Trump spielte die Chancen auf eine Einigung zur Beendigung des seit mehr als sechs Monaten andauernden Krieges herunter. Es sei ihm "völlig egal", ob Irans Führung ein Abkommen unterzeichne, das für sie wertlos sei, schrieb Trump weiter. "Mir gefällt unsere derzeitige Position viel besser: Wir haben fast die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus, und ihre Wirtschaft bricht völlig zusammen", meinte Trump und fügte hinzu: "Wann wird das iranische Volk endlich aufstehen und kämpfen?"

Preistreiber ist die Sorge, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf dauerhaft blockiert sein könnten. Seit etwa drei Wochen geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit hat sich der Rohstoff um über 40 Prozent verteuert.

Mit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg steigt der Preis für europäisches Erdgas zudem stärker als für Rohöl. Während die Ölpreise in den vergangenen Wochen auch zeitweise deutlich gefallen waren, haben sich die Notierungen für den Erdgas-Terminkontrakt auf hohem Niveau gehalten. Neben der Blockade der Straße von Hormus als wichtige Transportroute für Energierohstoffe wird der Gaspreis auch durch eine vergleichsweise geringe Füllmenge der Gasspeicher in Europa gestützt./jsl/jkr/jha/