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ROUNDUP: Rückschlag bei Novartis auch bei Muskelmedikament - Kurseinbruch

08.09.2026
um 10:01 Uhr

BASEL (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Novartis muss nach dem Studienflop mit dem Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. In klinischen Tests der fortgeschrittenen Phase III mit dem Medikament Del-desiran gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie (Typ 1) verfehlten die Schweizer ihr vorrangiges Studienziel, wie sie am Dienstag mitteilten. Der Konzern betonte zugleich, dass trotz des neuerlichen Rückschlags die Prognose von 5 bis 6 Prozent jährlichem Umsatzwachstum für den Zeitraum 2025 bis 2030 nicht angetastet wird. Der Aktie half das nicht, sie sackte um rund zehn Prozent ab.

Das Mittel Del-desiran galt als Herzstück der nicht ganz unumstrittenen Übernahme des US-Biotechunternehmens Avidity für 12 Milliarden US-Dollar. Das Scheitern der Studie dürfte nun erneut Fragen zum Prüfprozess von Novartis und zum Vorgehen bei seiner Geschäftsentwicklung aufwerfen, konstatierte Jefferies-Analyst Michael Leuchten in einer ersten Reaktion.

Novartis hatte Del-desiran den Angaben zufolge über einen Zeitraum von 54 Wochen an rund 150 Patienten untersucht. Dabei wurde getestet, ob das Mittel die bei der Erkrankung auftretende Muskelversteifung und damit die Beweglichkeit der Hände verbessern kann. Als primärer Endpunkt galt dabei die Zeit, wie schnell ein Patient eine geballte Faust wieder öffnen kann. Es zeigte sich nach Angaben des Konzerns jedoch kein statistisch signifikanter Vorteil im Vergleich zu jener Testgruppe, die nur ein wirkstofffreies Placebo erhalten hatte.

In weiteren Untersuchungen gab es laut dem Konzern zwar Hinweise auf eine Wirkung in Bezug auf weitere Studienziele wie die Muskelstärke. Novartis will die vollständigen Daten auswerten und anschließend mit den Gesundheitsbehörden über das weitere Vorgehen beraten.

Bei der Myotonen Dystrophie Typ 1 handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung der Muskeln und weiterer Organe, für die es bislang keine zugelassene Behandlung gibt. Del-desiran ist ein sogenanntes Antikörper-Oligonukleotid-Konjugat, das darauf ausgelegt ist, die Ursache der Krankheit auf molekularer Ebene zu bekämpfen.

Erst am Freitag hatte Novartis vermeldet, dass eine Studie mit dem Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen ihr primäres Ziel verfehlt hatte. Das Medikament galt als potenzieller Kassenschlager.

Parallel dazu schreitet die Entwicklung weiterer Medikamente aus derselben Wirkstoffklasse wie Del-desiran voran, wie das Unternehmen betonte. Für Del-zota, das bei einer bestimmten Form von Duchenne-Muskeldystrophie eingesetzt werden soll, hat die US-Arzneimittelbehörde eine beschleunigte Prüfung eingeleitet. Für Del-brax, das gegen die Gliedergürtel-Gesichts-Muskeldystrophie entwickelt wird, plant Novartis ein Gespräch mit der US-Arzneimittelbehörde über die nächsten Schritte./AWP/tav/lew/jha/

Novartis AG

WKN 904278 ISIN CH0012005267