ARTEIXO (dpa-AFX) - Der Textilhändler Inditex
Das Papier rutschte am Morgen als Schlusslicht im EuroStoxx 50
Unterdessen sind die neuen Herbst- und Winterkollektionen von Inditex bei den Kunden gut angekommen, wie der Eigentümer von Marken wie Zara, Bershka, Pull & Bear, Massimo Dutti und Stradivarius mitteilte. So seien in den ersten Wochen des neuen Halbjahrs vom 1. August bis 7. September die Umsätze währungsbereinigt um 9 Prozent gestiegen. Damit lag das Wachstum in etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals.
Expertin Georgina Johanan von der US-Bank JPMorgan sprach von einem "soliden Zahlenwerk" für das erste Halbjahr. Zwar habe das operative Ergebnis die Erwartungen leicht verfehlt, doch werde dies durch die "sehr starke" Umsatzentwicklung ausgeglichen. Zudem habe sich im zweiten Jahresviertel (bis Ende Juli) die Wachstumsdynamik im Vergleich zum Jahresstart noch beschleunigt, und die starke Entwicklung habe sich zu Beginn des dritten Geschäftsquartals dann noch fortgesetzt. "Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der inzwischen anspruchsvolleren Vergleichsbasis bemerkenswert", lobte die Branchenexpertin.
Adam Cochrane von der Deutschen Bank zeichnete hingegen ein etwas anderes Bild und sprach von einem gemischt ausgefallenen zweiten Quartal. Zwar sei der Umsatz "robust" gewesen, "doch der Kostendruck ist offensichtlich".
Im gesamten ersten Geschäftshalbjahr stieg der Erlös währungsbereinigt um 9,2 Prozent, nominal kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp acht Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zog in der Zeit ebenfalls um fast acht Prozent auf 3,8 Milliarden Euro an. Branchenexperten hatten hier mit gut 3,9 Milliarden gerechnet. Auf die Aktionäre entfiel ein Nettogewinn von 3,0 Milliarden Euro, das waren fast 7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Inditex konnte zuletzt die Branche und Konkurrenten weit hinter sich lassen. Und das, obwohl die geopolitischen Spannungen und die durch den Krieg im Nahen Osten stark gestiegenen Energiepreise die Kauflaune belasten. Der spanische Textilhändler steckt dafür seit längerem viel Geld in modernere Filialen, eine automatisierte Logistik und effizientere Lieferketten. Für 2026 plant das Unternehmen dafür Investitionen von rund zweieinhalb Milliarden Euro ein.
Dabei erwartet Inditex, dass die Brutto-Verkaufsfläche in diesem Jahr um rund 5 Prozent wachsen wird. Im Vergleich mit dem Stand von vor einem Jahr war aber die sehr preisgünstige Marke Lefties die einzige Konzernmarke, die ihre Zahl der Filialen erhöhte. Lefties konkurriert mit Anbietern wie Shein und Primark