WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Donnerstag nach der Bekanntgabe der EZB-Zinsentscheidung etwas höher geschlossen. Der Leitindex ATX
verbesserte sich zum Sitzungsende um knappe 0,14 Prozent auf 6.869,81 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich wie erwartet mit einer weiteren Zinserhöhung gegen die infolge des Iran-Kriegs gestiegene Inflation. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins steigt von 2,25 auf 2,5 Prozent.
Zudem wurde der Inflationsausblick für die beiden nächsten Jahre angehoben. An den Terminmärkten stellt man sich nun darauf ein, dass eine weitere Zinserhöhung bereits im Dezember kommen wird. Dies belastete die Aktienkurse aber nur wenig im Verlauf.
Neben der soliden Konjunktur spricht nach Einschätzung der Helaba-Analysten vor allem die deutlich oberhalb des EZB-Ziels liegende EWU-Inflation für eine restriktivere Geldpolitik. Es wird befürchtet, dass die weiterhin hohen Energiepreise zu neuen Preisschüben führen und sich die Inflation auf einem erhöhten Niveau verfestigen könnte, hieß es von den Experten weiter.
Am österreichischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene eine sehr dünne Meldungslage vor. Von Analystenseite meldete sich die Baader Bank und revidierte ihr 6-Monats-Kursziel für die Aktien des Verbund leicht von 59,70 auf 61,00 Euro nach oben. Das Anlagevotum lautet für die Titel des Energieversorgers auf "Reduce". Die Verbund-Aktie schloss mit minus 0,6 Prozent bei 61,30 Euro.
Ein deutliches Minus in Höhe von 4,4 Prozent musste die Wienerberger -Aktie hinnehmen. Nach oben ging es bei den Versicherern. Die Titel der Vienna Insurance gewannen 3,8 Prozent. Uniqa erhöhten sich um vergleichsweise moderate 0,2 Prozent.
Bei den schwergewichteten Banken gab es außer bei der Raiffeisen Bank International (plus 0,4 Prozent) nur wenig Kursbewegung zu beobachten. Erste Group legten dünne 0,1 Prozent zu. Die Bawag -Titel fielen im selben Ausmaß um 0,1 Prozent.
Im Technologiebereich erhöhten sich die AT&S -Anteilsscheine um weitere 0,8 Prozent. Seit dem Jahresauftakt liegen die Papiere des Leiterplattenherstellers damit bereits beachtliche mehr als 400 Prozent im Plus.
Uneinheitlich zeigten sich die Bauaktien. Strabag gewannen 2,8 Prozent und Porr fielen um ein Prozent. Die zwei österreichischen Bauriesen gehören weiterhin zu den 100 größten Baufirmen der Welt, berichtete die Unternehmensberatung Deloitte. Die Strabag notiert auf Rang 21, Porr auf Platz 52./ste/sto/APA/men