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ROUNDUP/United Internet: Sparkurs bei 1&1 und Ionos mit Stellenabbau

11.09.2026
um 09:52 Uhr

MONTABAUR/KARLSRUHE (dpa-AFX) - Der United-Internet-Konzern hat bei seinen Töchtern 1&1 und Ionos Sparprogramme mit einem Stellenabbau auf den Weg gebracht. Insgesamt sollen bei den zwei Unternehmen rund 800 Arbeitsplätze wegfallen, teilten die Töchter und der Mutterkonzern am Donnerstag in Montabaur und Karlsruhe mit. 1&1 senkte zudem wegen der anfallenden Einmal­kosten den Ausblick für das operative Ergebnis 2026. Von den drei Aktien aus dem Konzerngeflecht litten aber vor allem Ionos und United Internet unter den veranschlagten Kosten.

Das Ionos-Papier sackte nach Handelsstart am Freitag um 2,6 Prozent auf 33,20 Euro ab, hat damit aber immer noch ein Kursplus von rund einem Viertel seit Jahresbeginn aufzuweisen. Bei 1&1 war der Kurs am Vorabend nachbörslich zunächst unter Druck geraten, weil die veröffentlichte Ergebnisprognose Sonderkosten nicht ausklammert und damit gesenkt wurde. Bereinigt - also aus dem operativen Geschäft - blieben die Karlsruher aber bei ihren veranschlagten Ergebniszielen. Die 1&1-Aktie bewegte sich am Freitagvormittag zunächst kaum. Bei der Mutter United Internet fiel der Kurs um 2,2 Prozent auf 27,25 Euro.

Für United Internet ergeben sich insgesamt einmalige Umbaukosten von etwa 95 Millionen Euro, die sich im Geschäftsjahr 2026 ergebnisbelastend auswirken werden, wie es hieß. Die Restrukturierungsaufwendungen würden als einmaliger Sondereffekt ausgewiesen und entsprechend bereinigt. Sie belasteten insofern nicht die operative Prognose für das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von etwa 1,45 Milliarden Euro. Auch den Rest des Ausblicks ließ United Internet unverändert.

Nach Umsetzung der Sparprogramme werden bei United Internet Kosteneinsparungen von rund 55 Millionen Euro im Jahr erwartet, die in die weitere Unternehmensentwicklung investiert werden sollen.

Bei 1&1 betrifft der Umbau Versatel, das im Konzernverbund unter anderem für das Glasfasergeschäft von Gewerbekunden verantwortlich ist. Organisation, Prozesse und Strukturen sollen verschlankt werden, die Mitarbeiterzahl soll von etwa 1.350 Vollzeitstellen auf rund 1.000 sinken. Das Umbauprogramm kostet den Angaben zufolge in diesem Jahr rund 60 Millionen Euro.

Wegen der Kosten erwartet 1&1 statt des bisher anvisierten Ergebnisses (Ebitda) von 800 Millionen nur noch 740 Millionen Euro. Ohne die laut 1&1 einmaligen Aufwendungen für den Umbau strebe das Unternehmen weiter ein bereinigtes operatives Ergebnis von 800 Millionen an, hieß es. Nach vollständiger Umsetzung soll das Sparprogramm ab dem Geschäftsjahr 2028 einen jährlichen Ergebnisbeitrag von rund 25 Millionen Euro liefern.

Auch der Internetdienstleister Ionos legt ein Sparprogramm auf und baut Stellen ab. So soll die Zahl der Mitarbeitenden von rund 3.800 auf etwa 3.350 Vollzeitstellen sinken, wofür das Unternehmen etwa 35 Millionen Euro an Sonderkosten veranschlagt. Die diesjährige Prognose für das um Sonderposten bereinigte Ergebnis (Ebitda) von um die 530 Millionen Euro bleibe davon unberührt, hieß es von den Karlsruhern.

Ab 2027 erwartet Ionos Einsparungen bei den laufenden jährlichen Kosten von bis zu 30 Millionen Euro. Die Mittel sollen gezielt investiert werden, unter anderem in die Produktentwicklung von Künstlicher Intelligenz und den Ausbau des Cloudgeschäfts.

Ionos bietet vor allem das Hosting von Webseiten und Servern im Netz an sowie dazugehörige Dienstleistungen. Hauptanteilseigner ist der United-Internet-Konzern von Vorstandschef und Mitgründer Ralph Dommermuth mit knapp 64 Prozent der Aktien. United Internet hält mit rund 86 Prozent auch den Hauptteil an 1&1./men/nas/lew/jha/

1&1 AG

WKN 554550 ISIN DE0005545503

IONOS Group SE

WKN A3E00M ISIN DE000A3E00M1

United Internet AG

WKN 508903 ISIN DE0005089031