ROUNDUP 2: Echte Konkurrenz für die Bayern? Das macht den BVB stark
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DORTMUND (dpa-AFX) - Um seine Sucht zu stillen, hätte Nico Schlotterbeck kaum eine bessere Gelegenheit wählen können. Mehr als 80.000 Fans im stimmungsvollen Stadion, ein Heimsieg mit sehenswerten Toren und ein Bundesliga-Start, der BVB-Fans von einer glorreichen Saison träumen lässt. "Ich habe es extrem vermisst", sagte der Nationalspieler nach dem 3:0 gegen den SC Paderborn und sprach von einer "Adrenalinsucht".
84 Tage nach seiner Sprunggelenksverletzung bei der Fußball-Weltmeisterschaft führte Schlotterbeck den BVB wieder als Kapitän auf den Platz. Er präsentiere sich zweikampfstark und gewohnt umsichtig mit dem Ball am Fuß. Schlotterbeck ist wieder da und macht die quasi perfekt in die Saison gekommenen Dortmunder noch stärker.
Mit neun Punkten stehen die Westfalen in der Tabelle nach drei Spielen vor Rekordmeister FC Bayern, der sich im Supercup vor drei Wochen mit 2:1 in Dortmund durchsetzte. Ob der BVB schon reif ist, die Münchner über die gesamte Spielzeit im Kampf um die Meisterschaft herauszufordern, muss sich noch zeigen. Neben der reinen Punkteausbeute und den Siegen auch zum Start in die Champions League und im DFB-Pokal gibt es weitere Mutmacher für die Westfalen.
Die Rückkehrer:
Mit Schlotterbeck, den Sportchef Lars Ricken als "Führungsspieler" und "Identifikationsfigur" bezeichnet, ist der große Fixpunkt in der Abwehr zurück. Mit seiner Klasse aber auch mit seinem Ehrgeiz geht der 26-Jährige voran. Zudem gab in Ramy Bensebaini gegen Paderborn ein weiterer Verteidiger sein Comeback. Konstantinos Karetsas, der in der vergangenen Woche für einen Schockmoment gesorgt hatte, könnte ebenfalls bald wieder dabei sein.
Der 18 Jahre alte Neuzugang ist nach seinen Kreislaufproblemen gründlich durchgecheckt worden, soll jetzt wieder ins Mannschaftstraining integriert werden und könnte schon im nächsten Spiel am Samstag beim VfB Stuttgart wieder zum Kader gehören. Gegen Paderborn war der Grieche vor dem Spiel bei seinen Mitspielern in der Kabine und verfolgte den Sieg dann von der Tribüne aus.
Die Breite im Kader:
Sportdirektor Ole Book hat eine Mannschaft zusammengestellt, die Trainer Niko Kovac gute Möglichkeiten zur Rotation liefert. "Wir brauchen einen breiten, tiefen, guten Kader", sagte der Coach. "Weil man sieht: Die Finisher, die von der Bank kommen, die können Spiele in die richtige Richtung lenken. Und davon haben wir schon einige."
So ließ der Coach Nationalspieler Felix Nmecha gegen Paderborn zunächst draußen und wechselte ihn später ein. Mit zwei Toren - darunter ein traumhafter Fallrückzieher - entschied der 25-Jährige die Partie in der Schlussphase.
Die Mannschaft des BVB wirkt in dieser Saison stärker und ausgeglichener besetzt als zuvor. Der Konkurrenzkampf ist groß. "Wenn du keine Konkurrenz hast, dann lehnst du dich zurück, dann ruhst du dich aus, dann wirst du träge", erklärte Kovac. "Deswegen haben wir bewusst das so gewählt, dass wir viele gute Spieler in diesem Kader haben, die dann immer wieder auch spielen können."
Das Sturm-Duo:
In Serhou Guirassy und Edeljoker Fábio Silva hat der BVB ein Sturm-Duo in Topform. Beide sind seit Wochen in prächtiger Verfassung und zeigten gegen Paderborn, dass es mit ihnen auch gemeinsam in der Startelf funktioniert. Nach Pass von Guirassy traf Silva zum frühen 1:0.
Silva galt im Sommer schon als möglicher Abgangskandidat, wirkte mitunter unzufrieden mit seiner Jokerrolle und liefert nun. "Er zeigt die BVB-DNA. Man kann mal hinfallen, aber dann muss man wieder aufstehen", sagte Ricken bei "Bild" über den 24 Jahre alten Portugiesen./the/DP/zb