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Deutsche Börse-News: "An Ölpreis über 100 US-Dollar gewöhnen" (Wochenausblick)

14.09.2026
um 10:05 Uhr

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Lage am Ölmarkt und das Geschehen im Nahen Osten bestimmen den Aktienmarkt weiter und verderben die Stimmung. Außerdem stehen diese Woche diverse Notenbanksitzungen an. Besonders interessant: die Fed-Sitzung am Mittwoch.

14. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der stark gestiegene Ölpreis lastet auf den Aktienmärkten. Auf in der Spitze 110 US-Dollar ist der Preis für das Barrel Brent vergangene Woche geklettert. Am Montagmorgen sind es immer noch 107 US-Dollar. "Inflations- und Zinssorgen dominierten die letzte Woche", berichtet Ralf Umlauf von der Helaba. "Zu Beginn der neuen Woche hat sich an dem belastenden Umfeld wenig verändert."

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"Neue, auch eskalierende Scharmützel zwischen USA und Iran schlagen gewaltig auf die Börsenlaune", bemerkt Robert Halver von der Baader Bank. Zudem bedrohe der Angriff der vom Iran gesteuerten Huthi-Rebellen auf saudi-arabische Ölanlagen jetzt auch noch die bisher verwendete Ausweichroute. Halver zufolge muss sich die Welt eventuell an einen Ölpreis auch über 100 US-Dollar gewöhnen. "Denn es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Iran zu echten Verhandlungen bereit wäre."

"Fortsetzung der Konsolidierung"

Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen bei 25.443 Punkten nach 25.544 am Freitag zu Handelsschluss. Vom jüngsten Allzeithoch bei 26.659 Zählern hat sich der Index damit über 1.000 Punkte entfernt. Auch der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) zeigt sich schwächer. Die US-Märkte hatten am Freitag eine insgesamt schwache Woche mit Gewinnen beendet. Der Goldpreis hält sich bei 4.392 US-Dollar die Feinunze, Bitcoin bei knapp 78.000 Dollar.

Wegen der Öl- und Erdgaspreise und der kräftig gestiegenen Renditen erwartet die Commerzbank tendenziell eine Fortsetzung der Konsolidierung. "Da die Berichtssaison erst wieder im Oktober Fahrt aufnimmt, dürften vor allem Makrodaten und geopolitische Faktoren für Bewegung an den Aktienmärkten sorgen", meint André Sadowsky.

Warnung vor Superintelligenz

Großes Thema bliebt KI. Die Chefs der großen KI-Unternehmen haben zuletzt gemeinsam vor unkontrollierbaren Risiken einer Superintelligenz gewarnt. OpenAI hat seinen Börsengang für dieses Jahr abgesagt. "Die KI-Euphorie erhält einen Dämpfer", kommentiert Rolf Schäffer von der LBBW und verweist auf die Kursverluste an Asiens Börsen heute Morgen. Der koreanische Kospi gab um 2,1 Prozent nach, wie Schäffer berichtet, besonders schwer wogen die Verluste bei den Halbleiterwerten Hynix und Samsung. "In Tokio geriet Softbank zeitweise um bis zu 13 Prozent unter Druck."

Es stelle sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres KI-Entwicklungstempo Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könne. "Viele Marktteilnehmer rechnen nicht mit einem Einbruch der KI-Investitionen", stellt er fest. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Infrastruktur bleibe hoch. "Gleichwohl sind gerade hoch bewertete Technologiewerte anfällig für Zweifel an der Rentabilität der gewaltigen Investitionssummen."

US-Notenbank nicht "diametral gegen Finanzmärkte"

Was die Inflation angeht, hat die EZB vergangene Woche bereits die Zinsen angehoben. An diesem Mittwoch steht nun die Sitzung der US-Notenbank an. "Nach der leichten Überraschung auf der Oberseite bei der Kerninflation bei den am Freitag veröffentlichen aktuellen Inflationszahlen ist ein Zinsschritt der Fed zu rund 87 Prozent eingepreist", berichtet Leon Ferdinand Bost von Metzler. "Wir glauben nicht, dass sich das Komitee am Mittwoch diametral gegen die Finanzmärkte stellen kann." Bis März 2027 seien zwei weitere Zinsschritte eingepreist.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 15. September

4.00 Uhr. China: Einzelhandelsumsätze/Industrieproduktion August. Der Anstieg des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe deutet der DekaBank zufolge auf eine sich wieder kräftiger entwickelnde Industrieproduktion hin.

Mittwoch, 16. September

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze August. Die Commerzbank rechnet nach den schwachen Zahlen im Vormonat mit einem deutlichen Anstieg.

20.00 Uhr. USA: US-Notenbankentscheid. Die Helaba erwartet eine Zinserhöhung, auch wenn die Notenbanker vonseiten des Weißen Hauses in Richtung Stillhalten unter Druck gesetzt würden. Die Inflationsraten seien hoch, der Arbeitsmarkt sei in einer soliden Verfassung.

Donnerstag, 17. September

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid Bank of England. Die Bank of England wird ihren Leitzins voraussichtlich bei 3,75 Prozent belassen, meint die DekaBank. Denn beim Lohnwachstum und den Inflationserwartungen zeichneten sich keine gravierenden Zweitrundeneffekte ab.

Freitag, 18. September

Großer Verfallstag von Optionen und Futures. An der Terminbörse Eurex laufen Futures- und Optionskontrakte auf den DAX sowie Futures und Optionen auf einzelne Aktien aus und verfallen. Auch international verfallen Kontrakte, daher kann es weltweit zu hohem Handelsvolumen und stark schwankenden Kursen kommen.

Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan. Nach der Anhebung im Juni geht die DekaBank tendenziell von einer weiteren Leitzinserhöhung aus. Hintergrund sei der schwache Yen, der für zusätzlichen inländischen Preisdruck sorgen könne. Darüber hinaus sei die Lohndynamik zuletzt auf über 4 Prozent angestiegen.

von: Anna-Maria Borse, 14. September 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)