Ölpreise geben weiter nach - Experte: Noch keine Entwarnung
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag weiter gefallen. Im Vergleich zum Vortag hielten sich die Preisrückgänge am Morgen aber in Grenzen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November gab um mehr als ein Prozent auf 104,50 US-Dollar nach.
Am Mittwoch war der Preis für Rohöl der Sorte Brent noch zeitweise fast vier Dollar je Barrel gefallen, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien wieder in Betrieb genommen werden könnte. Saudi-Arabien plane, innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Kapazität seiner beschädigten Ost-West-Pipeline wiederherzustellen und den Vollbetrieb in sechs Wochen zu gewährleisten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und berief sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
"Ich würde noch nicht von Entwarnung sprechen", sagte Anlagestratege Haris Khurshid vom Hedgefonds Karobaar Capital. Bei einer Wiederinbetriebnahme der Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien gewinne der Markt zwar etwas Kapazität zurück, es gebe aber kaum Puffer für unvorhergesehene Ausfälle.
Der Iran-Krieg und die damit verbundene faktische Blockade der Straße von Hormus als wichtige Transportroute für Öllieferungen haben die Preise für den Rohstoff im Verlauf des Jahres deutlich nach oben getrieben. Seit Beginn des Jahres hat sich Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee um mehr als 70 Prozent verteuert./jkr/stk