ROUNDUP/Medienbericht: Regierung gegen Zippel-Verkauf an Cosco
HAMBURG (dpa-AFX) - Die Bundesregierung will nach einem Bericht des "Handelsblatts" verhindern, dass die chinesische Staatsreederei Cosco das Hamburger Transportunternehmen Konrad Zippel übernimmt. Dem Bericht zufolge hat die Regierung erhebliche Sicherheitsbedenken. Es bestehe die Gefahr von Abhängigkeiten, die als Druckmittel genutzt werden könnten.
Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, die Bundesregierung untersuche die Übernahme Zippels in einem sogenannten Investitionsprüfverfahren. Der Prozess dauere an. Zu der Kernaussage des Medienberichts, dass die Regierung gegen die Übernahme sei, äußerte sich das Ministerium nicht.
Die Konrad Zippel Spediteur GmbH teilte auf Anfrage mit: "Wir haben die Entscheidung der Bundesregierung zur Kenntnis genommen." Der Geschäftsbetrieb laufe unverändert weiter. "Die Antragstellerin des Verfahrens ist Cosco. Fragen zum weiteren Umgang mit der Entscheidung sind daher dorthin zu richten." Cosco wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
Ministerium prüfte Transaktion
Das Bundeskartellamt hatte im Februar mitgeteilt, dass die Großreederei Cosco aus Wettbewerbssicht 80 Prozent der Zippel-Anteile übernehmen darf. Ende April wurde bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Bedenken gegen die Übernahme hat.
Zippel transportiert mit Zügen, Schiffen und Lastwagen Waren, die unter anderem an den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven ankommen. Das Unternehmen hat nach zurückliegenden Angaben rund 350 Beschäftigte.
Cosco hält Anteile an einem Terminal
Die Reederei Cosco gehört nach der Transportmenge zu den größten der Welt. Cosco ist bereits mit 24,99 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort beteiligt. Der Einstieg der Reederei am Terminal 2023 löste eine Debatte über den Einfluss Chinas auf die kritische Infrastruktur in Deutschland aus./lkm/hrz/DP/jha