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Heizöltank jetzt vollmachen? Verbraucherschützer raten ab

02.10.2026
um 06:23 Uhr

DÜSSELDORF/BERLIN (dpa-AFX) - Wer mit Öl heizt und noch nicht für den Winter vorgesorgt hat, braucht derzeit starke Nerven: Zum Beginn der Heizperiode sind die Heizölpreise so hoch wie seit der Energiekrise 2022 nicht mehr. Grund ist der Iran-Krieg und seine Folgen. Am Donnerstagnachmittag kostete Heizöl bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern im bundesweiten Schnitt mehr als 168 Euro pro 100 Liter, wie die Vergleichsportale Heizoel24 und Esyoil berichteten. Schwacher Trost: Mitte September lagen sie laut Heizoel24 auch schon mal bei 179 Euro. Vor einem Jahr registrierten beide Portale am 1. Oktober Preise von knapp 91 Euro.

"Zumindest bleibt es mild, die Vorhersage zeigt für die kommenden zwei Wochen keinen Kälteeinbruch", stellte Janin Wordel von Heizoel24 in einer Analyse fest. "Die Heizung muss also noch nicht durchlaufen." Die Nachfrage bleibe aber robust, da viele Verbraucher seit dem Frühjahr beim Thema Bevorratung eher zurückhaltend geblieben seien. "Das wird nun nachgeholt." Wer noch Restbestand im Tank habe, verschaffe sich damit aber etwas Spielraum beim Bestellzeitpunkt.

Esyoil: Diese Woche überdurchschnittlich viele Bestellungen

Auch Steffen Bukold von Esyoil nennt den Markt "lebendig": "Die Zahl der Bestellungen ist in dieser Woche überdurchschnittlich hoch", schreibt er in seiner jüngsten Analyse. Eine Kaufpanik gebe es aber nicht.

"Wir empfehlen Haushalten, so wenig wie nötig zu tanken, aber genug, um über den kommenden Winter zu kommen", sage Energiemarktexpertin Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bei Öl-Heizungen mit zentraler Warmwasserbereitung entspreche dies in etwa drei Vierteln des durchschnittlichen Jahresverbrauchs des Haushalts.

Verbraucherschützer: Tank nicht leer laufen lassen

"Den Tank vollmachen sollte man nicht, da die Preise aktuell so hoch sind wie zuletzt in der Energiepreiskrise von 2022", so Wallraf weiter. Kleinstmengen für wenige Wochen seien ebenfalls nicht ratsam, da der Preis pro Liter steige, je weniger man bestelle. "Zu leer laufen lassen sollte man den Tank ebenfalls nicht, denn dann benötigt man kurzfristig neues Heizöl. Und eine kurzfristige Lieferung ist wiederum häufig mit Aufschlägen verbunden." Dies sei insbesondere bei Onlinebestellungen üblich. Bei einer Lieferung innerhalb von 24 Stunden könnten beispielsweise 250 Euro extra fällig werden. "Wer flexibel ist und auch eine Lieferung innerhalb weniger Wochen akzeptiert, bekommt den niedrigsten Preis."

Wallraf warnte beim Heizölkauf im Internet vor Fakeshops. "Diese haben aktuell wieder Hochsaison", sagte sie. "Wenn nur Vorauskasse möglich ist, die Preise sehr niedrig sind oder kein Impressum vorhanden ist, sollte man skeptisch werden." Sie verwies auf einen Service der Verbraucherzentralen, den sogenannten Fakeshop-Finder. Dort kann man die Internetadresse von Online-Shops eintippen und erhält dann eine Einschätzung der Verbraucherschützer zur Seriosität des Angebots.

Heizöl ist nach Erdgas der zweithäufigste Energieträger für Heizungen in Deutschland. Von den 43,8 Millionen Wohnungen in Deutschland werden laut Energiewirtschaftsverband BDEW 17,2 Prozent mit Öl beheizt, das sind rund 7,5 Millionen./tob/DP/stk