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Schneider: Höhere Wasserpreise für Rechenzentren denkbar

05.10.2026
um 06:10 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Wenn Wasser knapp ist, will Bundesumweltminister Carsten Schneider die Betreiber von Rechenzentren mehr dafür zahlen lassen - oder von ihnen Investitionen in sparsamere Technik verlangen. Zeiten von Wasserknappheit würden auch in Deutschland häufiger, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Schneider will Anreize fürs Wassersparen für Rechenzentren

"Dies führt zu neuen Verteilungsfragen, auf die wir gerechte Antworten finden müssen. Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen." Schneiders Schlussfolgerung: "Dann müssen Betreiber von Rechenzentren, die oft sehr hohe Gewinne machen, mehr für Wasser zahlen oder in Technik zum Wassersparen investieren." Es brauche einen Rahmen, der einen sparsamen Umgang mit Wasser belohnt und Anreize für Investitionen in effiziente Technologien setze.

Rechenzentren benötigen viel Strom, ihr Ausbau wird durch den Boom künstlicher Intelligenz getrieben. Wasser wird unter anderem für Stromerzeugung und Kühlung benötigt. Neue Projekte setzen teils auf wassersparende oder wasserlose Kühlkonzepte.

Eine Studie der Gesellschaft für Informatik aus dem vergangenen Jahr sieht im Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren eine relevante Herausforderung, weist aber auch auf wassersparende Technologien und viele offene Fragen hin. "Der Wasserverbrauch hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter Standortbedingungen, Energiequellen und spezifische Hardwareanforderungen", hieß es dort.

Umweltminister: Wasserversorgung fit machen für Klimawandel

Generell plädierte Schneider für einen neuen Umgang mit Wasser in Deutschland, "effizienter, vorausschauender, gerechter". Wasser müsse möglichst gut in der Landschaft gehalten werden, etwa durch die Wiedervernässung von Mooren, mehr Raum für Flüsse und mehr Mischwälder.

Schneider betonte, auch die öffentliche Wasserversorgung müsse fit gemacht werden für die neue Realität des Klimawandels. "Leistungsfähige Wasserspeicher, Kanalnetze und Kläranlagen sind entscheidende Zukunftsinvestitionen. Die Länder tun daher gut daran, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem relevanten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren."

Am Montag findet in Berlin im Bundesumweltministerium eine Konferenz zu Wasserpolitik statt. Teil daran nimmt auch EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall./hrz/DP/zb