FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs
Im Fokus bleibt der Markt für französische Staatsanleihen. "Wie schnell auch Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Regierungen auf dem Euro lasten können, haben wir in den letzten Tagen mit den Sorgen um Frankreichs Staatsverschuldung gesehen", schrieb Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank in ihrem Morgenkommentar. "Wobei der Fokus definitiv mehr auf dem Bondmarkt als auf dem Devisenmarkt liegt. Dennoch kamen bei einigen, die schon in den 2010er-Jahren am Markt waren, Erinnerungen an die Staatsschuldenkrise hoch: Lange Nächte mit Warten auf buchdicke Rettungspakete und teils drastische Euroschwäche."
Gleichwohl beruhigte sich die Lage am Dienstag dann, nachdem die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen ihre Haushaltspläne für die kommenden Jahre vorgestellt hatte. Die Vorsitzende des rechtsgerichteten "Rassemblement National", die aktuell als Favoritin für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr gilt, will das Haushaltsdefizit deutlich reduzieren.
Am Mittwochmorgen äußerte sich jetzt der Präsident der französischen Zentralbank, Emmanuel Moulin, in einem Interview auf "France Inter Radio". Dabei sagte er, dass Frankreich mit Blick auf das Staatsdefizit durchaus in einer Risikozone sei und der Haushaltsplan für 2027 wichtig werde, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Zudem sieht er aktuell keinen Grund für ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank mit Blick auf Frankreich. Moulin vertritt Frankreich im EZB-Rat. Der Eurokurs weitete seine Verluste zum Dollar auf die Äußerungen des Notenbankers hin allerdings etwas aus./mis/zb