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AKTIEN IM FOKUS 2: OPMobility-Kurseinbruch zieht Autozulieferer nach unten

08.10.2026
um 13:26 Uhr

(neu: Mehr Details, Bernstein zu Continental, aktuelle Kurse)

PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der wegen gestiegener Kosten und Problemen bei Autoherstellern gekappte Ausblick des Zulieferers OPMobility hat am Donnerstag die gesamte Branche unter Druck gebracht. Die trüberen Aussichten sorgen auch unter den Wettbewerbern für eine pessimistische Stimmung.

Die Aktie der französischen OPMobility brach gegen Mittag nun um rund 20 Prozent auf 9,95 Euro ein. Zuvor hatte sie mit 9,61 Euro den tiefsten Stand seit April 2025 markiert. Der jüngste Stabilisierungsversuch der Aktie ist damit wieder Geschichte. Seit dem Jahreshoch Ende Februar bei 18,16 Euro hat sich der Kurs inzwischen nahezu halbiert.

Das Unternehmen, das ursprünglich den operativen Vorjahresgewinn von 490 Millionen Euro übertreffen wollte, hob nun das schwierige Umfeld als Grund für sein auf "bis zu 450 Millionen Euro" gesenktes Ziel für 2026 hervor. "Die Lieferketten bleiben volatil, der Wettbewerb verschärft sich, es gibt Inflation - insbesondere bei Rohstoffen und elektronischen Bauteilen - sowie eine rückläufige Autoproduktion in China und auch in Europa", begründete die Vorstandschefin von OPMobility, Felicie Burelle, den Schritt.

Anleger reagierten mit Verkäufen in der gesamten Branche. In Paris sackte der Anteilsschein von Valeo zeitweise auf ein Tief seit Ende Juli ab. Zuletzt ging es um 6 Prozent abwärts. Hierzulande waren im MDax der mittelgroßen Werte Aumovio Schlusslicht mit minus 6,1 Prozent, während Schaeffler mit minus 3 Prozent auf ein Tief seit fast einem Jahr fielen. Im Kleinwerte-Index SDax verloren Norma Group 3,5 Prozent und fielen auf ein Fünfmonatstief.

Continental im Dax hielten sich indes mit minus 2,3 Prozent noch vergleichsweise gut. Stützend wirkte ein positiver Analystenkommentar. Harry Martin von Bernstein Research hob das Kursziel der Aktie von 74 auf 82 Euro an und die Einstufung von "Market-Perform" auf "Outperform". Dabei verwies er auf die seit Jahresbeginn im Vergleich zur Konkurrenz unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Unter Einbeziehung des ContiTech-Verkaufs werde Continental zurzeit mit einem Bewertungsabschlag zu den Wettbewerbern gehandelt, schrieb Martin. Dabei wäre aus fundamentaler Sicht eine Prämie gerechtfertigt. Continental weise zudem bis 2027 das branchenweit beste Ergebnis- und Cashflow-Profil auf, was am Markt aber wohl bereits anerkannt werde. Seine positive langfristige Einschätzung hinsichtlich des Wachstums und der Margen bei Premium-Reifen seien aber bisher wohl nicht berücksichtigt.

Mit Blick auf die allgemeinen Kursverluste der Zulieferer an diesem Tag verwies ein Marktbeobachter auf die Probleme der Autohersteller: Den Autobauern in Europa mache ein Zusammenspiel gleich mehrerer Faktoren zu schaffen. Das Preisumfeld sei schwierig und von Inflation und Wettbewerbsdruck aus China geprägt, während die Investitionen in Elektromobilität kostspielig seien. "Darunter leiden dann auch die Zulieferer."

So hatte der Wolfsburger Autobauer Volkswagen erst Mitte September die Gewinnprognose deutlich gesenkt, nachdem das Geschäft in China eingebrochen war und eine Abschreibung im Zusammenhang mit der Sportwagentochter Porsche AG vorgenommen werden musste. Bei Stellantis sorgten zugleich seit Beginn des Oktobermonats Batterieengpässe bei E-Autos, hohe Energiekosten und eine schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach bestimmten Modellen zu vorübergehenden Stillständen in dessen Werken in Italien und Frankreich./ck/bek/mis

Compagnie Plastic Omnium S.A.

WKN 871780 ISIN FR0000124570
Compagnie Plastic Omnium S.A. Chart
Compagnie Plastic Omnium S.A. Chart

Continental AG

WKN 543900 ISIN DE0005439004

Schaeffler AG

WKN SHA010 ISIN DE000SHA0100

Stellantis N.V.

WKN A2QL01 ISIN NL00150001Q9

Valeo SE

WKN A2ALDB ISIN FR0013176526