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Hochbahn-Vorständin: Klimaziel nur mit Kompensation möglich

14.10.2026
um 06:36 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Hochbahn wird Nachhaltigkeitsvorständin Merle Schmidt-Brunn zufolge das städtische Klimaziel einzig mit CO2-Kompensation erreichen. Das sagte sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben nur die Möglichkeit, gemeinsam mit der Stadt Kompensationsmaßnahmen zu ergreifen", berichtete Schmidt-Brunn. "Also beispielsweise Moore in Schleswig-Holstein zu renaturieren."

Der Grundgedanke von CO2-Kompensation ist, nicht vermeidbare Emissionen an anderer Stelle auszugleichen.

Hamburg soll CO2-neutral werden

Im Oktober vergangenen Jahres entschieden die Hamburgerinnen und Hamburger in einem Volksentscheid, das Ziel der CO2-Neutralität um fünf Jahre auf 2040 vorzuziehen. Das bedeutet, dass die Stadt dann keine Kohlenstoffdioxid-Emissionen verursachen soll oder sie ausgleicht.

Emissionen von Lieferanten als Problem

Schmidt-Brunn sagte: "Wenn wir auf unsere eigenen Emissionen gucken, sind wir auf einem Pfad, der wunderbar im Einklang mit dem Klimaplan der Stadt steht." Die Nachhaltigkeitsvorständin begründete das damit, dass die Hochbahn die Busflotte und die Hafenfähren elektrifiziere.

Sie zweifelt aber nach eigener Aussage daran, dass sich Emissionen entlang der Wertschöpfungskette gänzlich vermeiden lassen. Diese nennen sich Scope-3-Emissionen. Das liege daran, dass die Hochbahn während Bauprojekten viele Lieferanten habe, die selbst CO2-Emissionen erzeugten.

Schmidt-Brunn zufolge hat das städtische Verkehrsunternehmen für den Bau der U5 zwar eine Klimastrategie entwickelt, die die CO2-Emissionen um ungefähr 70 Prozent im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise senkt. "Nichtsdestotrotz werden wir die Scope-3-Emissionen ohne Kompensation bis 2040 nicht auf null bekommen", sagte sie. "Das ist für uns nicht möglich, weil wir über 2040 hinaus weiter große Infrastrukturmaßnahmen umsetzen."/lkm/DP/zb