BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der französische Pharmakonzern Sanofi
Die Brüsseler Behörde hatte Bedenken, dass Sanofi seit 2024 den eigenen Grippeimpfstoff "Efluelda" in Deutschland und Frankreich mit falschen oder irreführenden Behauptungen als der Konkurrenz "Fluad" überlegen dargestellt und dabei seine Marktmacht ausgenutzt haben könnte. Damit könnte das Unternehmen gegen europäisches Kartellrecht verstoßen haben. Die Kommission hatte wegen des Verdachts im September 2025 Räumlichkeiten des Konzerns in Deutschland und Frankreich durchsucht. Sanofi hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
"Wenn marktbeherrschende Pharmaunternehmen falsche oder irreführende Informationen über Impfstoffe verbreiten, die mit ihren eigenen konkurrieren, verzerren sie den Wettbewerb und untergraben die Wahlfreiheit von Ärzten und Patienten", teilte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera mit. Die Entscheidung stelle sicher, dass Patienten und Beschäftigte in Gesundheitsberufen "ihren Impfstoff auf der Grundlage einer unparteiischen Bewertung wissenschaftlicher Erkenntnisse auswählen können".
Ein Verstoß könnte teuer werden
Falls das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris die rechtsverbindlichen Zusagen nicht einhalten würde, könnte die EU-Kommission eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen oder ein tägliches Zwangsgeld in Höhe von fünf Prozent des Tagesumsatzes für jeden Tag der Nichteinhaltung./wea/DP/mis