(neu: Kurse aktualisiert und weiterer Analystenkommentar)
FRANKFURT/NEW YORK/SEOUL (dpa-AFX) - Überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA am Vortag haben einen weltweiten Ausverkauf von Halbleiterwerten ausgelöst. Bei Anlegern im Technologiesektor allgemein geht am Donnerstag die Angst um. Die Furcht vor höheren Zinsen nimmt zu und belastet vorwiegend die stark finanzierungsabhängigen Technologiewerte rund um den Globus.
Anleger von CoreWeave
"Der schuldenfinanzierte Ausbau der KI-Infrastruktur treibt manchen Investoren zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn", hieß es am Morgen von der Commerzbank. Analyst Gil Luria vom Finanzdienstleister D.A. Davidson sagte: "Die Aufnahme von Krediten zu sehr hohen Zinssätzen, um Rechenzentren zu errichten, die außerhalb der Hyperscaler zunehmend zu einer Massenware werden, könnte sich letztlich als keine gute Investition erweisen. Je mehr Fremdkapital wir für den Bau von Rechenzentren einsetzen, desto mehr Risiko bringen wir in das System ein."
Von dem Boom von Rechenzentren profitiert auch der Dax
Schwer traf es die Halbleiterbranche. Aktien von Infineon
Die Verkaufswelle, die am Vortag an der Nasdaq begonnen hatte, setzte sich an diesem Donnerstag in Asien fort. Dabei ging es einmal mehr für den sehr schwankungsanfälligen koreanischen Kospi, aber auch für den japanischen Nikkei kräftig nach unten. In Seoul brachen die Anteile des Chipherstellers SK Hynix
Höhere Zinsen können Technologiewerten in vielerlei Hinsicht schaden. So trifft die mit einer strafferen Geldpolitik verbundene Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivitäten die konjunktursensiblen Tech-Unternehmen besonders.
"Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es seien keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern Ausdruck echter Bedenken hinsichtlich einer massiven Korrektur.
Angesichts der ausgeprägten Tech-Schwäche konnten auch gute Geschäftszahlen des taiwanischen Chipriesen TSMC