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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax trotzt einbrechenden Tech-Aktien

15.10.2026
um 17:52 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die erneut stark unter Druck stehende weltweite Technologiebranche hat den deutschen Leitindex Dax am Donnerstag letztlich kalt gelassen. Zwar drückten die hohen Verluste von Aktien aus dem breiten Umfeld Künstlicher Intelligenz auch hierzulande auf die Stimmung der Anleger. Weil es im Dax aber nicht viele KI-Profiteure gibt und diese nicht viel Indexgewicht aufweisen, zeigte sich das deutsche Börsenbarometer mit einem Aufschlag von 0,33 Prozent auf 25.382,62 Zähler robust.

Hinzu kam, dass die Renditen am US-Anleihemarkt kräftig nachgaben. Jüngst hatte sich die Verzinsung zehnjähriger US-Staatspapiere noch der Marke von 5,4 Prozent angenähert. An diesem Donnerstag fiel sie deutlich auf gut 5 Prozent. Das milderte etwas die Angst, dass steigende Zinsen an den Kapitalmärkten die mit hohen Schulden finanzierten Investitionen von Unternehmen in Künstliche Intelligenz immer stärker infrage stellen könnten. Gleichwohl gerieten an der US-Technologiebörse Nasdaq die KI- und Chip-Aktien erneut unter Druck.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gewann 0,55 Prozent auf 30.216,43 Zähler. Hier gab es teils hohe Kursverluste von Papieren aus dem Halbleiterumfeld. Die Einbußen von Elmos Semiconductor, Jenoptik , Suss Microtec , Siltronic und Aixtron reichten von 5 bis fast 13 Prozent.

Größter Verlierer im Dax waren die bereits am Vortag schwache Infineon -Aktie, die angesichts der allgemeinen Tech-Schwäche um 5,2 Prozent absackte. Vom Boom von Rechenzentren profitiert auch der Dax -Konzern Siemens Energy als Lieferant von Energietechnik erheblich. Mit den jüngsten Sorgen fiel der Kurs um 2,2 Prozent. Papiere von Hochtief verloren 3,6 Prozent. Auch der Baudienstleister mit einem starken Standbein in den USA gilt als Profiteur des Baus von Rechen- und Datenzentren für Künstliche Intelligenz.

Das Papier von Flatexdegiro profitierte an der MDax-Spitze mit plus 5,5 Prozent von angekündigten Aktienrückkäufen. Der soll dem Onlinebroker zufolge mit bis zu 100 Millionen Euro doppelt so hoch sein wie ein im Mai 2025 abgeschlossenes Programm.

Im Kleinwerte-Index SDax brach die Vorzugsaktie von Drägerwerk um 17,4 Prozent ein. Der Medizintechnikkonzern hat im dritten Quartal trotz Zollrückerstattungen weniger Gewinn erzielt.

Die Anteile der Online-Apotheke Redcare Pharmacy gewannen 1,5 Prozent. Sie profitierten von starken Quartalszahlen des schweizerischen Kontrahenten DocMorris.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Donnerstag 0,36 Prozent auf 6.168,26 Punkte. Außerhalb des Euroraums ging es mit dem britischen FTSE 100 kräftig aufwärts. Anleger deuteten Aussagen des Schatzkanzlers John Healey als Hinweis, dass britische Banken höheren Steuern entgehen könnten. Auch der Schweizer Leitindex SMI legte mit 1,6 Prozent deutlich zu. Der Dow Jones Industrial lag zum europäischen Handelsschluss mit knapp einem Prozent im Plus./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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