FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rüstungsaktien von Rheinmetall
In den vergangenen zehn Tagen hatten Rüstungspapiere deutlich zugelegt und sich von der Sektorschwäche seit Mitte August erholt. Auftrieb hatte unter anderem eine optimistische Einschätzung von Morgan Stanley gegeben. Die US-Bank rechnet im Verteidigungssektor zum Jahresende mit einem Anstieg der Aufträge aus dem diesjährigen Haushalt.
Die Experten vom Analysehaus Jefferies zählen die Aktien von Hensoldt und Renk nun zu ihren "Mid Cap Top Picks". Sie verweisen auf die inzwischen günstigeren Bewertungen. Befürchtungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit traditioneller Verteidigungsausgaben seien übertrieben, da die wachsende installierte Basis eine zweite Wachstumsquelle durch Umsätze mit Ersatzteilen und Wartung darstelle, hieß es.
Insgesamt wurden zuletzt Aktien aus den klassischen Industriesektoren auch stärker nachgefragt als etwa KI- und Halbleiterwerte aus dem Technologiesektor. Rüstungspapiere zählten zu den Gewinnern. Börsenexperte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG erkennt eine Neuordnung der Anlegerfavoriten. "Gerade bei den bisherigen Hoffnungsträgern des KI-Booms werden die Erwartungen offenbar kritischer hinterfragt", schrieb er am Montag.
Rheinmetall und Renk sind mit Kursverlusten von bis zu einem Drittel seit Jahresanfang schwach gelaufen, Hensoldt als Spezialist für Rüstungselektronik schlagen sich mit plus 17 Prozent besser. Hensoldt sei aufgrund seiner Ausrichtung auf Bereiche wie Luftverteidigung, Radar, elektronische Kriegsführung und Überwachung gut für die neuen europäischen Sicherheitsprioritäten aufgestellt, schrieben die Jefferies-Analysten.
Gegen den Trend am Montag verteuerten sich im SDax
Das Starlink-Gezanke zwischen der Ukraine und den USA dürfte die OHB-Papiere jüngst gestützt haben, zeigt es doch, wie dringend Europa eigene Satelliten-Programme vorantreiben muss. Die Ukraine ist im Krieg gegen Russland auf Starlink und US-Informationen angewiesen. Die USA hatten zuletzt aber offenbar mit einem Stopp der Weitergabe von militärischen Aufklärungsdaten gedroht - und Kiew berichtete von Einschränkungen bei der Starlink-Nutzung.
Am Montag wurde außerdem bekannt, dass die Europäische Weltraumorganisation ESA die OHB System AG, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB, mit Machbarkeits- und Vorentwurfsstudien zur Mondexploration beauftragt hat. Es soll eine Infrastruktur entstehen, die wissenschaftliche Experimente und Technologiedemonstrationen langfristig auf der Mondoberfläche unterstützt./ajx/ag/stk