FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngste Erholung des Dax ist am Montag schon wieder zu Ende gegangen. Zum Börsenschluss sank der deutsche Leitindex um 1,18 Prozent auf 25.319,77 Punkte. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenkonzernen schloss mit einem Minus von 0,47 Prozent auf 30.513,26 Zähler.
Händler nannten geopolitische Unsicherheit insbesondere mit Blick auf den Krisenherd im Nahen Osten als einen Grund für den schwachen Wochenauftakt. Zudem gebe es eine allgemeine Zurückhaltung vor den in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen wie die von SAP , Tesla , Meta und SpaceX .
Von einer Stabilisierung der US-Techwerte am Montag nach deren jüngster Schwäche konnte der Dax nicht profitieren. "Während sich die deutschen Standardwerte in den vergangenen Handelstagen noch vergleichsweise robust gegenüber dem Ausverkauf im US-Technologiesektor gezeigt hatten, ist diese relative Stärke heute ins Wanken geraten", merkte dazu Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.
Die Kursschwäche drückte den Dax am Montag zeitweise unter 25.200 Punkte. Zum Handelsende kam der Dax immerhin wieder knapp über die 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend, die bei 25.297 Zählern verläuft. Am Freitag war das Barometer noch bis auf fast 25.700 Punkte gestiegen.
Lipkow sieht die Börsen nun vor einer Bewährungsprobe: "Solange die Unternehmensgewinne überzeugen und die Inflation nicht erneut außer Kontrolle gerät, bleibt das Marktgefüge einigermaßen stabil. Sollte jedoch eine dieser beiden Stützen wegbrechen, könnte aus der aktuellen Nervosität schnell eine deutlich umfassendere Korrektur werden."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Montag 0,96 Prozent auf 6.144,81 Punkte. Außerhalb des Euroraums gab der Schweizer SMI moderat nach. Im britischen FTSE 100 waren die Abschläge mit 1,1 Prozent höher. In New York notierte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss leicht im Plus. Der technologielastige Nasdaq 100 befand sich mit plus 2 Prozent auf Erholungskurs.
Auf der Unternehmensseite richteten sich die Blicke der Anleger zum Wochenstart auf DHL . Der Logistikkonzern hob nach einem Ergebnisanstieg im dritten Quartal zwar seine Prognose für den operativen Gewinn des laufenden Jahres an. Der Aktienkurs sank dennoch um 0,9 Prozent, wobei gegen Handelsende die zuvor noch größeren Verluste eingedämmt wurden. Ein Händler wertete den neuen Ausblick positiv, eine wirkliche Überraschung sei er aber nicht.
Schwach waren auch die Anteile des Immobilienkonzerns Vonovia mit einem Minus von 1,5 Prozent. Die Blicke gehen nach Berlin, wo Vonovia stark am Wohnungsmarkt vertreten ist und wo Linke, Grüne und SPD im Falle einer Koalition eine Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände angehen wollen.
Eine Kaufempfehlung der Citigroup gab im MDax den Aktien des Autozulieferers Aumovio Rückenwind. Der Kurs stieg um 2 Prozent.
Im Nebenwerteindex SDax setzten die Aktien des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB ihre jüngste Rally mit plus 3,8 Prozent fort. Jüngst hatte eine Einschränkung des Starlink-Satellitennetzes der US-Firma SpaceX für die Ukraine zu Problemen im Abwehrkampf des Landes gegen den Aggressor Russland geführt. Das verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig es für Europa ist, die eigene Satellitenflotte deutlich auszubauen.
Norma Group stand mit der Strategie bis 2031 im Fokus. Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer will durch seine neue Aufstellung leicht wachsen und dabei deutlich profitabler werden. Für etwas Verstimmung sorgte bei den Anlegern aber die Aussicht auf eine geringere Dividende. Der Aktienkurs sank um 2,6 Prozent./ajx/he