BONN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat der japanischen Bank Nomura
Vorgeschrieben sind den Aufsehern zufolge Stimmrechtsmitteilungen innerhalb von vier Handelstagen. Diese müssen bei bestimmten Anteilsschwellen gemacht werden, wenn diese über- oder unterschritten werden.
Die Unicredit hatte sich bei anderen Banken - unter anderem eben Nomura - im Rahmen ihres Übernahmeangebots für die Commerzbank auch Stimmrechte über Kaufoptionen gesichert. Inklusive solcher Derivate kommen die Italiener auf einen Stimmrechtsanteil von 47,6 Prozent. Zunächst war im Angebotsprozess lange nicht klar, wer Unicredit-Chef Andrea Orcel bei seinem einseitigen Vorstoß derart unter die Arme gegriffen hatte.
Nomura meldete am 7. Mai einen Stimmrechtsanteil an der Commerzbank von 8,1 Prozent, vorwiegend über Kaufoptionen ("Equity Swaps"). Welche Stimmrechtsmitteilungen die Bafin genau beanstandet, teilte sie nicht mit.
Die Bafin kann in diesem Zusammenhang einen Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz durch juristische Personen - also etwa Firmen - mit einer Geldbuße von bis zu zehn Millionen Euro oder bis zu fünf Prozent des Gesamtumsatzes ahnden. Für Nomura dürfte die Strafe zu stemmen sein. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende März) machte die Bank einen Rekordgewinn von rund 362 Milliarden Yen, umgerechnet sind das aktuell gut 2 Milliarden Euro.
Die Commerzbank hatte sich lange gegen eine Übernahme durch die Unicredit gewehrt und eine Prüfung des Vorgehens der Italiener durch die Bafin gefordert. Vorwurf war, dass die Unicredit ihre Position hinsichtlich des Anteilsbesitzes in der öffentlichen Wahrnehmung künstlich aufgebläht haben könnte. Inzwischen hat die EZB die Übernahme von Commerzbank-Anteilen im Rahmen des Tauschangebotes genehmigt.
Die verbleibenden aufsichtsrechtlichen Verfahren und Bedingungen für den Abschluss des Angebots für die Commerzbank werden demnach voraussichtlich gegen Jahresende abgeschlossen sein. Voraussichtlich kann die Unicredit dann die Kontrolle über das Frankfurter Geldhaus übernehmen. Inzwischen führen die italienische Bank und die Commerzbank Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss.
Der Bund, der mit seinem Commerzbank-Anteil von gut 13 Prozent ein Wort mitzureden hat, will betriebsbedingte Kündigungen bei dem Dax-Konzern mit seinen weltweit rund 40.000 Vollzeitkräften möglichst verhindern. Er will erreichen, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt./men/tav/mis