FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Kursrutsch an der Nasdaq und Verlusten in Asien bleiben die Anleger bei deutschen Aktien lieber in Deckung. Gut eine Stunde vor dem Auftakt signalisiert der X-Dax einen Auftakt bei 25.334 Punkten, was nach den Vortagsverlusten nochmals ein leichtes Minus von 0,1 Prozent bedeuten würde. Sein Wochenminus würde der Leitindex damit auf mehr als ein Prozent ausweiten.
Anleger hinterfragen momentan besonders kritisch, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom zeitnah rentieren werden. Dabei spielen die gestiegenen Zinsen eine wichtige Rolle, während die Ölpreise zuletzt wieder für zusätzlichen Inflationsdruck sorgten. Die Pläne von Meta , die Investitionsausgaben im KI-Bereich zu erhöhen, waren vor diesem Hintergrund an der New Yorker Nasdaq nicht gut angekommen.
Laut der Commerzbank paart sich all dies mit erneuerten Spannungen im Nahen Osten. Anders als zuletzt suchten Anleger nun bei US-Staatsanleihen Zuflucht, was deren Renditen trotz der steigenden Ölpreise habe sinken lassen. "Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass am Anleihemarkt die Sorgen um die Wachstumsaussichten über Nacht schwerer wogen als die Inflationsängste", schrieben die Commerzbank-Experten.
In dieser Gemengelage halten sich die Anleger lieber bedeckt. Europäische Tech-Werte zeigen sich vorbörslich aber robust, nachdem der US-Technologieindex Nasdaq 100 am Vorabend um 2,9 Prozent auf das tiefste Niveau seit Mitte September abgesackt war. Infineon bewegte sich auf Tradegate 1,2 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs.
Bei Sartorius zeichnet sich eine Fortsetzung der jüngsten Rally ab. Die Aktien hatten am Vortag nach vorläufigen Zahlen schon ihren höchsten Stand seit Januar 2025 erreicht und dürften dies nun festigen mit einem vorbörslichen Anstieg um zwei Prozent. Rückenwind gibt dabei eine Hochstufung auf "Outperform" durch die kanadische Bank RBC wegen der verbesserten Geschäftsentwicklung.
Bei Atoss Software half den Aktien zunächst nicht, dass der Margenausblick für das Gesamtjahr angehoben wird. Sie pendelten im Tradegate-Handel um ihren Vortags-Schlusskurs. Getrübt wird die Stimmung davon, dass der auf Personalmanagement spezialisierte Softwareanbieter beim Gesamterlös nun eher das untere Ende seiner Prognosespanne anpeilt./tih/jha/