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Goldpreis rutscht erstmals seit Ende Juli unter 4.000 US-Dollar

23.10.2026
um 13:24 Uhr

FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - Der Goldpreis ist zum Wochenschluss unter Druck geblieben und erstmals seit Ende Juli wieder unter 4.000 US-Dollar gesunken. Am frühen Freitagmorgen wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London zeitweise zu knapp 3.987 US-Dollar gehandelt und damit auf dem tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten. Zuletzt kostete Gold wieder 4.021 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend.

Am Donnerstag hatte der Goldpreis seinen jüngsten Stabilisierungsversuch abgebrochen und war in einem schwachen Marktumfeld deutlich unter Druck geraten. Beobachter hatten auf die deutlich gestiegenen Ölpreise als Belastung verwiesen, die einmal mehr die Angst vor Zinserhöhungen geschürt hätten. Hintergrund war ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf das Ölfeld Schaiba des staatlichen Konzerns Saudi Aramco gewesen, der Sorgen vor Produktionseinschränkungen geweckt habe.

Am Freitag legten die Ölpreise erneut zu. Deren aktuell hohes Niveau könnte die Notenbanken zwingen, mit einer strafferen Geldpolitik der Gefahr einer allgemein hohen Teuerung entgegenzuwirken. Höhere Zinsen bremsen die Nachfrage nach Gold, da das Edelmetall - im Gegensatz zu Anleihen - keine Zinsen abwirft.

Vor diesem Hintergrund hätte der Goldpreis eigentlich von dem deutlichen Renditerückgang seit Mitte Oktober profitieren müssen, der durch die Flucht der Anleger in die sicheren Häfen der Staatsanleihen im Zuge des jüngsten Kursrutsches bei US-Technologiewerten ausgelöst worden war.

Doch die jüngste Gold-Schwäche deute darauf hin, dass eine allgemeine Risikoreduzierung und anhaltende Inflationssorgen möglicherweise die Erleichterung durch niedrigere Renditen überwiegen, schrieb Analyst Christopher Wong vom Finanzdienstleister Oversea-Chinese Banking Corporation.

Aktuell kann Gold damit offensichtlich seinem Ruf als klassischer sicherer Hafen nicht gerecht werden. Denn bei Kursverlusten am Aktienmarkt wie zuletzt im Technologiesektor steigt üblicherweise der Liquiditätsbedarf der Anleger - entweder, weil sie Bargeld horten wollen oder weil sie Nachschussverpflichtungen ihrer Broker bedienen müssen. Letzteres kann der Fall sein, wenn die Anleger auch mit Hebelprodukten und Derivaten auf Aktien handeln oder wenn sie geliehene Aktien in der Hoffnung auf fallende Kurse veräußert haben./la/jkr/mis