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ROUNDUP 2: Intel enttäuscht mit Prognose - Aktie unter Druck

30.10.2026
um 11:56 Uhr

(neu: vorbörslicher Kurs, Analysten, weitere Aussagen zu Investitionen)

SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der Chipriese Intel hat im Rahmen seiner Quartalsberichterstattung mit seiner Prognose schwer enttäuscht. Intel macht zu schaffen, dass wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs verkauft werden. Hinzu kommen Lieferketten-Probleme bei Chips für Rechenzentren, bei denen es eine hohe Nachfrage gibt. Der Aktienkurs stürzte im vorbörslichen US-Handel um ein Viertel auf 68,29 US-Dollar ab.

Sollte das Papier auch im Haupthandel so stark fallen, würde es auf den tiefsten Stand seit April sinken; auf Sicht von 12 Monaten stünde aber immer noch ein Kursplus von rund 70 Prozent zu Buche. Ende Juni hatten die Intel-Anteile allerdings auch schon einmal mehr als 140 Dollar gekostet.

Intel erwartet für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar (13,45 bis 14,35 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Intel mit einer Prognose von 25 US-Cent die Markterwartung von 43 Cent deutlich.

Schwaches PC-Geschäft

Intel-Finanzchef David Zinsner sagte, das Unternehmen stelle seit Wochen eine Abschwächung des Geschäfts fest, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft würden. Auch mindestens übers erste Halbjahr 2027 werde es keine Besserung geben, betonte er.

Der Vorstandsvorsitzende Lip-Bu Tan verwies zudem darauf, dass der ganze Markt betroffen sei. Auch im gesamten kommenden Jahr würden die Speicherpreise ein schwerwiegendes Problem bleiben. Intel rechnet für 2027 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um zehn Prozent nach einem Rückgang um zwölf Prozent in diesem Jahr.

Der Umsatzausblick auf das Schlussquartal bleibe selbst hinter den pessimistischsten Schätzungen zurück, merkte UBS-Analyst Timothy Arcuri an. Mit Blick auf die Quartalszahlen notierte Blayne Curtis von Jefferies, dass der Halbleiterkonzern weitgehend erwartungsgemäß abgeschnitten habe. Auch er bemängelte den enttäuschenden Ausblick. Intel komme angesichts der weiter hohen Nachfrage im Servergeschäft mit der Produktion nicht hinterher, während im Geschäft mit den PC-Herstellern der Abbau von Lagerbeständen den Umsatz und die Margen belastet habe.

Kehrseite des KI-Booms

Die Speicherpreise sind in den vergangenen Monaten wegen der hohen Nachfrage zum Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz explosiv gestiegen. Intel profitiert mit seinen Prozessoren ebenfalls vom KI-Boom. Man habe aber die Nachfrage nicht ausreichend bedienen können, sagte Lip-Bu Tan. Gründe dafür waren unter anderem Engpässe bei einigen Rohstoffen sowie die zeitweise Schließung einer Fabrik in Israel.

Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar zu, was in etwa den Analystenerwartungen entsprach. Unterm Strich sank der Gewinn um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar.

Intel kündigte zudem an, im laufenden Jahr rund 20 Milliarden Dollar für neue Werke und Ausrüstung auszugeben - dieser Betrag würde sich 2027 nochmals "signifikant" erhöhen. Finanzvorstand Zinsner bezeichnete 2027 als ein "Investitionsjahr" für Intel, da das Unternehmen versucht, die Produktionskapazitäten zu steigern, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Dies gelte insbesondere für Produkte für Rechenzentren, so Zinsner. In diesem Zeitraum werde das Unternehmen voraussichtlich keinen freien Barmittelzufluss erwirtschaften, erklärte er.

Die Intel-Aktie war bis Ende Juni stark gestiegen - weil Anleger darauf setzten, dass der Konzern mit neuen Produktionsverfahren vom Geschäft mit Technik für Rechenzentren profitieren wird. Außerdem versucht Lip-Bu Tan, Intel ein zusätzliches Standbein als Auftragsfertiger für andere Chipanbieter aufzubauen./so/nas/DP/lew/mis

Intel Corp.

WKN 855681 ISIN US4581401001