NEW YORK (dpa-AFX) - Wieder zugespitzte Sorgen um den Megatrend der Künstlichen Intelligenz (KI) kommen am Freitag mit den Quartalsberichten von Amazon
Vor allem galt dies für den Prozessorhersteller Intel, dessen Aktien mit einem Kurseinbruch um 28 Prozent ihrer Tradition größerer Schwankungen treu blieben. Sie fielen damit auf ihr Niveau vom April zurück.
Intel sorgte mit seiner Prognose für das Schlussquartal für eine herbe Enttäuschung. Das Umsatzziel bleibe selbst hinter den pessimistischsten Schätzungen zurück, merkte Analyst Timothy Arcuri von UBS an. Die Bank of America gab daraufhin ihre Kaufempfehlung auf.
Mit Amazon musste am Freitag aber auch das nächste Unternehmen aus dem Kreise der "Magnificent 7" den Sorgen Tribut zollen: Die Aktien sackten um bis zu sechs Prozent auf ihren tiefsten Stand seit Ende Juli ab, konnten ihren Abschlag dann aber auf 1,8 Prozent reduzieren. Der Kursverlust sei der enttäuschenden Umsatzentwicklung der Cloud-Sparte AWS geschuldet, schrieb UBS-Experte Stephen Ju. Auch bei Amazon lasteten hohe KI-Ausgaben auf der Aktie.
Ein Händler beobachtete zu Wochenschluss eine ausgeprägte Rotation der Anleger weg von Technologiewerten, die sich davor auch schon im Asien-Handel gezeigt habe. Aktien der Chipkonzerne Samsung
Bei Intel hinterließ vor allem die Perspektive im PC-Bereich mit dort herrschendem Gegenwind ihre Spuren. Das dritte Quartal sei eigentlich erfreulich gewesen, kommentierte Srini Pajjuri von der kanadischen Bank RBC. Doch der Umsatzausblick auf das Schlussquartal enttäusche wegen dieses Segmentes. Die Stärke des Geschäftsbereichs Data Center and AI reiche nicht aus, um dies aufzufangen.
Laut dem Händler gab es von Intel keine großen Neuigkeiten, was geplante Investitionen betrifft. Hier habe eher Amazon darauf reagiert, nicht nur wegen enttäuschender Resultate im Kerngeschäft, sondern auch mit höher als erwarteten Kapitalausgaben im vergangenen Quartal. Dies knüpfte an die Belastungen bei Alphabet vom Vortag an.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hatte am Donnerstag die Befürchtung exzessiver KI-Ausgaben, die zuletzt etwas abgeflaut waren, wieder angeheizt. Die Kurse der beiden Aktiengattungen gaben am Freitag auch weiter nach und erreichten zeitweise den tiefsten Stand seit Ende März. Sie waren unter den Tech-Riesen neben Amazon in guter Gesellschaft, denn unter den "Magnificent 7" gab es keine Gewinner. Der KI-Chipriese Nvidia
"Die KI-Euphorie bekommt Risse", schrieb am Freitag Anlagestratege Stefan May von der Quirin Privatbank angesichts der wachsenden Zweifel, ob sich die gigantischen Investitionen jemals lohnen werden. Große Technologiesprünge verliefen selten geradlinig, denn auf Phasen der Begeisterung folgten oft Überinvestitionen und schmerzhafte Rückschläge. Überstürzte Depotumschichtungen aufgrund von Warnungen vor einem möglichen Crash oder dem Platzen einer KI-Blase seien aber nicht ratsam./tih/la/he