NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro
Das Tageshoch bei der Marke von 1,12 Dollar stammte aus dem Vormittagshandel. Danach wurde der Euro durch Verbraucherpreisdaten aus Deutschland belastet, wo die Inflationsrate im Oktober stärker gesunken war als erwartet. "Dass die Inflation unter die Marke von 3 Prozent fällt, liegt vor allem am Tankrabatt", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Doch für eine Entwarnung sei es zu früh. Die massiv gestiegenen Energiepreise dürften schrittweise andere Güter und Dienstleistungen verteuern.
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Bank zeigt sich hingegen zuversichtlicher für die weitere Preisentwicklung: "Für die EZB werden die heutigen deutschen Inflationsdaten die 'Tauben' bestärken, da die Zahlen zeigen, dass noch immer keine indirekten oder Zweitrundeneffekte in Sicht sind", heißt es in einem Kommentar. "Bleibt diese Situation unverändert, ist selbst eine Zinserhöhung im Dezember möglicherweise noch nicht beschlossene Sache."
Eine ausbleibende Leitzinserhöhung würde tendenziell den Euro belasten. Die EZB hatte am Donnerstag den Leitzins nicht angetastet. Allerdings gehen viele Ökonomen weiterhin von einer Erhöhung im Dezember aus. Zudem wurden auch Verbraucherpreisdaten aus den anderen großen Euro-Staaten veröffentlicht. Besonders deutlich stieg die Inflationsrate in Italien.
Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich im dritten Quartal unter anderem wegen eines Konjunkturdämpfers in Frankreich abgeschwächt. Der Rückgang war aber weniger stark als erwartet. Positiv überrascht hat das Wirtschaftswachstum aus Deutschland./jsl/he/tih/he