Drohnen werden tödliche Gefahr für Kriegsberichterstatter
PARIS (dpa-AFX) - In den weltweiten Krisenregionen werden Drohnen für Journalisten zunehmend zu einer tödlichen Gefahr. Im Zeitraum 2024-2025 kamen 50 Journalisten - das sind 40 Prozent aller in Konfliktgebieten getöteten Medienvertreter - durch Drohnenangriffe ums Leben, teilte die UN-Kulturorganisation Unesco in Paris mit.
2024 und 2025 kamen 189 Journalisten gewaltsam ums Leben, das sind 20 Prozent mehr als im vorangegangenen Zeitraum. Etwas mehr als zwei Drittel dieser Journalisten, nämlich 127, wurden in Konfliktgebieten getötet, hieß es in dem alle zwei Jahre veröffentlichten Unesco-Bericht zur Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten. Die übrigen seien in anderen Ländern wegen ihrer Arbeit zu organisierter Kriminalität, Korruption oder bei Berichterstattung über Proteste getötet worden. Die meisten Journalisten kamen in ihren Heimatländern ums Leben.
Viele Morde an Journalisten bleiben ungesühnt
"Journalisten bezahlen ihre Kriegsberichterstattung von der Front aus zunehmend mit ihrem Leben, und viel zu oft werden die Täter dieser Morde nicht zur Rechenschaft gezogen", sagte Unesco-Generaldirektor Khaled El-Enany. 86 Prozent der gewaltsamen Todesfälle von Journalisten zogen laut dem Unesco-Bericht keine Strafverfolgung nach sich. Vor diesem Hintergrund mahnt der Unesco-Chef die Staaten zur Einhaltung der UN-Resolution zum Schutz von Journalisten und Medienschaffenden.
Die meisten Journalisten kamen nach der Unesco-Erhebung in den vergangenen beiden Jahren in den palästinensischen Gebieten ums Leben, gefolgt von Mexiko, Pakistan, dem Jemen, dem Sudan und der Ukraine./evs/DP/men