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ROUNDUP: 50 Grad im Kühlschrank? Erneut Cyberangriffe auf Supermärkte

02.11.2026
um 16:34 Uhr

BRÜSSEL/STOCKHOLM (dpa-AFX) - Erneut haben Cyberkriminelle Kühlanlagen in europäischen Supermärkten angegriffen. Die Angreifer sorgten in Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Finnland und den Niederlanden dafür, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Belga und TT sowie mehrere Medien.

In Belgien sind demnach unter anderem Supermärkte von Delhaize , Carrefour und Spar betroffen. Ebenfalls betroffen ist die Ikea-Filiale in der belgischen Stadt Mons. Nach Angaben des Unternehmens waren die Auswirkungen dort begrenzt. Wie Belga berichtete, sprach Delhaize von einem "IT-Vorfall" in rund 40 Filialen. Carrefour meldete demnach 15 betroffene Filialen, bei Spar waren es fünf Geschäfte.

Damit ist das Ausmaß in Belgien nach bisherigem Stand deutlich geringer als bei einem ähnlichen Angriff in Frankreich Mitte vergangenen Monats. Dort waren etwa 150 Geschäfte betroffen.

Nach Angaben des Kühltechnik-Dienstleisters Sabcobel wurden die Anlagen aus der Ferne in den Abtaumodus versetzt. "Wir haben heute Nacht ab 1 Uhr damit begonnen, Techniker zu mobilisieren, um die Situation unter Kontrolle zu bringen", sagte Sabcobel-Vorstandschef Stephan Moelans der Nachrichtenagentur Belga. Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt.

Mehrere EU-Länder ebenfalls betroffen

Auch in Schweden meldeten Supermärkte einen plötzlichen Temperaturanstieg in den Kühlanlagen. "Uns ist bekannt, dass eine begrenzte Anzahl von Filialen in der Nacht von einem Vorfall betroffen war, der die Kühl- und Gefriersysteme der Geschäfte beeinträchtigt hat", sagte der Pressechef der Supermarkt-Gruppe ICA der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Um wie viele Geschäfte es sich handelt, wollte er nicht sagen.

Der Supermarkt ICA Kvantum in dem Ort Sjöbo schrieb auf Facebook, die Temperatur in den Kühl- und Gefrierschränken sei auf bis zu 50 Grad gestiegen, die Probleme seien einem Hackerangriff geschuldet. Die ICA-Gruppe bestätigte das aber nicht. Auch sieben Supermärkte der Kette Coop meldeten Probleme mit den Kühlsystemen.

In Irland waren nach Angaben des Senders RTÉ 13 Supermärkte betroffen. Vorsorglich wurden gekühlte und gefrorene Lebensmittel in den betroffenen Filialen aus dem Verkauf genommen. In den Niederlanden seien mindestens 17 kleinere Geschäfte betroffen, teilte das Kühltechnik-Unternehmen Danfoss mit.

Bislang nur wenige Geschäfte betroffen

Auch aus Estland wurde ein Fall bekannt. Ein Supermarkt und das zuständige Kühltechnik-Unternehmen bestätigten den Vorfall. Demnach verschafften sich Angreifer Zugang zum Steuercomputer eines älteren Kühlsystems von Danfoss, dessen Software bisher nicht aktualisiert worden war. Nach Angaben des finnischen Rundfunks waren auch wenige kleinere Geschäfte in Finnland von einer Störung der Kühlsysteme betroffen.

Danfoss sagte dem dänischen Fernsehen, das Unternehmen stehe im engen Austausch mit seinen Kunden und unterstütze sie dabei, die Situation zu bewältigen. "Wir können bestätigen, dass die Vorfälle, über die in mehreren europäischen Ländern berichtet wurde, auch unsere Produkte betreffen", sagte ein Sprecher demnach./bro/DP/men

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