FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Rheinmetall
Einige Analysten ruderten nach der neuerlichen Hiobsbotschaft zur Wochenmitte nun mit ihren Kurszielen zurück. Bei den Investmentbanken Bernstein und Oddo BHF führte dies sogar dazu, dass sie ihre bisherigen Empfehlungen aufgaben. Allgemein ins Rampenlicht rückte der erlittene Vertrauensverlust. David Perry von JPMorgan hatte bereits in seiner ersten Reaktion daran erinnert, dass es insgesamt die fünfte Umsatz- oder Gewinnwarnung binnen elf Monaten gewesen sei.
Es werde Zeit brauchen, den Vertrauensverlust wieder auszumerzen, schrieb Yan Derocles von Oddo BHF. Der Kapitalmarkttag am 27. November werde wohl zunächst nur die Erwartungen kalibrieren. Alexander Neuberger vom Bankhaus Metzler wartet die weitere Expansion jetzt zurückhaltender ab, angesichts offensichtlicher Schwierigkeiten, potenzielle Aufträge in gesicherte Umsätze umzuschlagen.
Auch die Experten von Kepler kappten ihr Kursziel, blieben allerdings wie alle anderen Kollegen klar über dem aktuellen Xetra-Niveau. Sie rieten allerdings, in die Schwäche hinein "nachzuladen". Denn das dritte Quartal habe gezeigt, dass die Düsseldorfer weiter profitabel wachsen.
UBS-Experte Sven Weier sieht in der aktuellen Warnung eher einen konservativeren Prognoseansatz. Die Gewinnwarnung sei völlig unerwartet gekommen und die Reaktion am Markt nachvollziehbar heftig ausgefallen, schrieb er am Donnerstagabend. Der anstehende Kapitalmarkttag könnte eine Gelegenheit bieten, realistischere Ziele festzulegen. Bis dahin dürften Anleger in Wartestellung bleiben./ag/ajx/stk